Mit über 300 Partnerunternehmen, mehr als 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtumsatz von 17 Milliarden Euro ist der ACstyria Mobilitätscluster das wirtschaftliche Schwergewicht der steirischen Industrie. Im Mai 2025 feierte der Cluster sein 30-jähriges Bestehen – und blickt auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück, die die Steiermark zu einer der führenden Mobilitätsregionen Europas gemacht hat.
Europas erster Autocluster
Die Gründung des ACstyria im Jahr 1995 war eine direkte Reaktion auf die Krise der verstaatlichten Industrie. In einer Zeit des Umbruchs schlossen sich drei Leitunternehmen zusammen: AVL List, Steyr Daimler Puch Fahrzeugtechnik und das Chrysler Eurostar Werk. Was damals als Experiment begann, entwickelte sich zum Vorbild für viele europäische Regionen – der ACstyria gilt als Europas erster Autocluster.
Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) war von Anfang an ein zentraler Partner. SFG-Experte Christoph Ludwig betont: „In den Nachwehen der Verstaatlichten-Krise stand die Steiermark vor der Frage, wie die Erneuerung der alten Industrie voranzutreiben sei. Wir waren rasch beim Themenfeld Mobilität.“
Drei Säulen – Eine Vision
Der ACstyria ist heute weit mehr als ein Autocluster. Mit der Erweiterung zum Mobilitätscluster im Jahr 2017 wurden drei Geschäftsfelder vereint, die europaweit einzigartig unter einem Dach zusammenarbeiten:
| Geschäftsfeld | Unternehmen | Umsatz | Schwerpunkte |
|---|---|---|---|
| Automotive | 180+ | 8+ Mrd. € | Fahrzeugentwicklung, Antriebstechnik |
| Aerospace | 80+ | 650 Mio. € | Cabin Interiors, Strukturbauteile |
| Rail Systems | 50+ | variabel | Rolling Stock, Signaltechnik |
Wirtschaftsmotor Steiermark
Die Zahlen sind beeindruckend: Die steirische Automobilindustrie ist mit einem Gesamtanteil von 31 Prozent und einem Warenwert von über 8 Milliarden Euro Export-Spitzenreiter der Steiermark. Am Bruttoregionalprodukt (BRP) der Steiermark hat die Mobilitätsindustrie einen Anteil von 24 Prozent – einer von vier Euro wird in der Steiermark in der Mobilitätsindustrie erwirtschaftet.
Die F&E-Quote des Clusters liegt bei beachtlichen 12 Prozent – weit über dem österreichischen Durchschnitt. Diese Innovationskraft macht die Steiermark zu einer der forschungsintensivsten Regionen Europas. Unternehmen wie AVL List in Graz oder Magna Steyr sind weltweit führend in ihren Bereichen.
Die Gesellschafter – Wer steht hinter dem Cluster?
Der ACstyria wird von sieben namhaften Gesellschaftern getragen, die gemeinsam die strategische Ausrichtung bestimmen:
| Gesellschafter | Anteil | Branche |
|---|---|---|
| SFG (Steirische Wirtschaftsförderung) | 26% | Wirtschaftsförderung |
| AVL List | 12,33% | Antriebstechnik |
| Magna Steyr | 12,33% | Fahrzeugfertigung |
| Pierer Mobility (KTM) | 12,33% | Motorräder |
| voestalpine | 12,33% | Stahl, Automotive |
| TCM International | 12,33% | Engineering |
| Spring Components | 12,33% | Zulieferer |
Transformation der Mobilität
Der ACstyria begleitet seine Mitgliedsunternehmen aktiv bei der Transformation der Mobilitätsindustrie. Die strategischen Zukunftsfelder umfassen alternative Antriebe, autonome Systeme, Digitalisierung und nachhaltige Produktionsprozesse. Geschäftsführerin Christa Zengerer betont: „Unser Ziel ist es, die Weichen für die nächsten 30 Jahre zu stellen und die Mobilitätswende mit unseren Partnerunternehmen aktiv mitzugestalten.“
Mit dem Förderprogramm „Enabling Transformation“ unterstützt der Cluster Unternehmen dabei, ihre Innovationspotenziale zu identifizieren und Strategien für den Wandel zu entwickeln. Rund 60 Prozent der Mitgliedsbetriebe sind kleine und mittlere Unternehmen – vielfach hochspezialisierte Zulieferbetriebe, die von den Netzwerkaktivitäten besonders profitieren.
30 Jahre ACstyria – CONTACT30
Am 8. Mai 2025 feierte der ACstyria sein 30-jähriges Bestehen mit dem Mobilitätskongress CONTACT30 im Hangar des Flughafens Graz. Mehr als 700 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen zusammen. 86 Unternehmen präsentierten ihre Innovationen – von zukunftsweisenden Technologien über nachhaltige Produktionsansätze bis hin zu digitaler Transformation.
Hochkarätige Keynotes und branchenfokussierte Panels (AUTOCONTACT, AIRCONTACT, RAILCONTACT) bildeten den Rahmen. Vorträge von internationalen Unternehmen wie Mahindra, Rheinmetall, BMW und Siemens Mobility zeigten, dass die Steiermark als Mobilitätsstandort weltweit anerkannt ist.
Regionale Verankerung
Die Partnerunternehmen des ACstyria sind über die gesamte Steiermark verteilt, mit Schwerpunkten in Graz und der Obersteiermark. Die enge Zusammenarbeit mit anderen steirischen Clustern wie dem Holzcluster Steiermark oder den Creative Industries Styria schafft Synergien und stärkt den Wirtschaftsstandort insgesamt.
Die Bezirke Weiz und Bruck-Mürzzuschlag beherbergen zahlreiche Zulieferbetriebe, die von der Clustermitgliedschaft profitieren. Die kurzen Wege innerhalb des Clusters ermöglichen es auch kleinen Unternehmen, mit Global Playern in Kontakt zu treten.
Ausblick
Die steirische Mobilitätsindustrie steht vor großen Herausforderungen: Der Wandel zur Elektromobilität, steigende Energie- und Personalkosten sowie geopolitische Unsicherheiten prägen das Umfeld. Doch der ACstyria hat in 30 Jahren bewiesen, dass er Transformationen erfolgreich gestalten kann. Mit seiner einzigartigen Kombination aus Automotive, Aerospace und Rail Systems ist der Cluster bestens aufgestellt, um auch die nächsten Jahrzehnte zu prägen.