Im Kanzelsteinbruch Gratkorn testet STRABAG seit November 2025 einen Wasserstoff-Radlader von Liebherr – einen Meilenstein für die Dekarbonisierung der Baubranche. Die steirische Bauwirtschaft verbindet traditionelles Handwerk mit Innovation und strebt Klimaneutralität bis 2040 an.
Wasserstoff-Antrieb für schwere Baumaschinen
Der Wasserstoff-Radlader wird zwei Jahre lang mindestens 50 Stunden pro Woche auf Herz und Nieren geprüft. Eine eigene Wasserstofftankstelle im Steinbruch ermöglicht unkompliziertes Betanken. Die Energie Steiermark gewährleistet die Versorgung mit grünem Wasserstoff.
Kraftstoffe sind bei STRABAG der größte CO2-Verursacher: Etwa 40 Prozent der konzerneigenen Emissionen entfallen auf den Dieselverbrauch von Baumaschinen, Nutzfahrzeugen und PKW. Durch den Einsatz des Wasserstoff-Radladers können jährlich 37.500 Liter Diesel und rund 100 Tonnen CO2 eingespart werden.
| Bauunternehmen | Hauptsitz | Steirische Aktivitäten |
|---|---|---|
| STRABAG | Wien | Steinbruch Gratkorn, Infrastrukturprojekte |
| Lieb Bau Weiz | Weiz | Wohnbau, Industriebau, Holzbau |
| Strobl Bau | Weiz | Hochbau, Sanierung |
| Granit | Graz | Tiefbau, Straßenbau |
Lieb Bau Weiz: Regionale Kompetenz in der Vielfalt
Die Lieb Bau Weiz ist das Kerngeschäft einer traditionsreichen Unternehmensgruppe aus der Oststeiermark. Das Unternehmen umfasst alle Facetten der Bauwirtschaft: vom privaten Hausbau über Wohnungsbau und öffentliche Bauten bis zum Hallen- und Industriebau. Langjährige heimische Mitarbeiter und jahrzehntelanges Know-how zeichnen den Betrieb aus.
Im März 2025 übernahm die Lieb Bau Weiz das insolvente Grazer Startup Strohboid. Das Unternehmen produziert nachhaltige Outdoor-Lösungen wie Chalets, Pavillons und Lounges. Die internationale Expansion wird forciert – besonders in den USA und Kanada wächst die Nachfrage nach ökologischen Architekturkonzepten.
Baustoffindustrie in der Steiermark
Die steirische Baustoffindustrie liefert Rohstoffe für Bauprojekte in ganz Österreich. Der Wietersdorfer Konzern mit Standorten in Kärnten und der Steiermark produziert Zement, Kalk und Transportbeton. Baumit in Wopfing ist führend bei Fassadensystemen und Putzen. Die größten Unternehmen der Steiermark umfassen mehrere Baustoffhersteller.
Der Holzcluster Steiermark fördert den nachhaltigen Holzbau. Brettsperrholz und Holzleichtbau gewinnen am Markt an Bedeutung. Die Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Technik macht steirische Baufirmen wettbewerbsfähig.
Nachhaltigkeitsstrategien der Branche
STRABAG verfolgt eine 2021 beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Ziel Klimaneutralität bis 2040. Als Zwischenziele gelten: klimaneutrale Verwaltung bis 2025, klimaneutraler Bauprozess bis 2030 und Einsatz klimaneutraler Baustoffe bis 2040. Ähnliche Strategien verfolgen PORR, Swietelsky und Wienerberger.
Die EU-Gebäuderichtlinie zielt auf die vollständige Dekarbonisierung des Gebäudesektors bis 2050. Building Information Modeling (BIM) ermöglicht effizientere Ressourcennutzung. Die Einkaufszentren der Steiermark zeigen moderne Baukonzepte mit hoher Energieeffizienz.
Arbeitsmarkt und Fachkräfte
Die steirische Bauwirtschaft beschäftigt rund 25.000 Menschen direkt. Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung. Die BAUAkademie bildet Lehrlinge und Facharbeiter aus. Bei den Austrian Skills 2025 erreichten steirische Teilnehmer Spitzenplätze in den Kategorien Hochbau und Betonbau.
Ausblick: Bauen von morgen
Die Baubranche steht vor Herausforderungen: hohe Kosten, komplexe Vorgaben und steigender Regulierungsdruck. Das OÖ BAU-Symposium 2025 diskutierte Potenziale zur Kostensenkung von bis zu einem Drittel. Serielles Bauen und modulare Fertigteilsysteme gewinnen an Bedeutung. Die Steiermark positioniert sich als Standort für innovatives, klimafreundliches Bauen.