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Rauchfangkehrer in der Steiermark – Brandschutz und Umweltprüfung

105 Rauchfangkehrerbetriebe sorgen in der Steiermark für Sicherheit und saubere Luft. Die Landesinnung der Rauchfangkehrer vertritt rund 100 Meisterbetriebe und setzt sich für die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Branche ein.

Tradition und Moderne

Der Rauchfangkehrer – in Deutschland als Schornsteinfeger bekannt – gehört zu den ältesten Handwerksberufen. Die erste Handwerksordnung der Wiener Rauchfangkehrer stammt aus dem Jahr 1664. In der Steiermark hat sich das Berufsbild stark gewandelt: Vom reinen Kaminkehrer zum Sicherheits- und Umweltexperten.

Die steirischen Rauchfangkehrer präsentieren ihre Kompetenzen über die Innung der steirischen Rauchfangkehrer. Die Meisterbetriebe bieten ein umfangreiches Leistungsspektrum.

Leistung Beschreibung Gesetzliche Basis
Kaminreinigung Entfernung von Ruß und Ablagerungen Kehrordnung
Emissionsmessung Schadstoffausstoß-Kontrolle Feuerungsanlagengesetz
Kaminbefund Eignungsprüfung bei Neubauten Bauordnung
Energieberatung Optimierung der Heizeffizienz freiwillig

Aufgaben und Verantwortung

Die Tätigkeiten der Rauchfangkehrer sind vielfältig:

  • Kehren und Reinigen von Kaminen und Abgasleitungen
  • Kontrolle von Feuerungsanlagen auf Sicherheit
  • Messung des Schadstoffausstoßes (Emissionsmessungen)
  • Beratung zu Brennstoffeinsparung und Umweltschutz
  • Überprüfung von Entlüftungsanlagen
  • Sanierung von Rauchfängen

Bei jedem Kontrollbesuch beseitigen Rauchfangkehrer nicht nur Verbrennungsrückstände, sondern beobachten auch den baulichen Zustand der Feuerungsanlage. So können Mängel, die meist im sogenannten Kaltbereich auf Dachböden auftreten, frühzeitig erkannt werden.

Kollektivvertrag und Gehälter

Der aktuelle Kollektivvertrag für Rauchfangkehrer in der Steiermark gilt seit 1. Jänner 2025. Die Mindestmonatslöhne wurden um 4,5 % gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Schmutzzulage beträgt 149,23 Euro monatlich und ist an den Verbraucherpreisindex gekoppelt.

Die Höchsttarife für Rauchfangkehrerleistungen sind durch Verordnung des Landeshauptmannes geregelt. Diese berücksichtigen verschiedene Interessensvertreter und gewährleisten faire Preise für Kunden.

Ausbildung zum Rauchfangkehrer

Die Lehre zum Rauchfangkehrer dauert drei Jahre und findet dual in Betrieb und Berufsschule statt. Die Steiermark bildet ein Viertel aller österreichischen Rauchfangkehrer-Lehrlinge aus – der höchste Anteil aller Bundesländer.

Der Frauenanteil in der Branche liegt bei 15 bis 20 Prozent. Die Berufsaussichten sind gut: Es gibt regelmäßig unbesetzte Lehrstellen, weil zu wenige Interessenten gefunden werden.

Verbindung zur regionalen Wirtschaft

Die Rauchfangkehrer arbeiten eng mit anderen Handwerksbranchen zusammen. Die traditionsreichen Familienunternehmen der Steiermark zeigen, wie Handwerk über Generationen bestehen kann.

Die Branche profitiert von der steigenden Nachfrage nach Holzheizungen und Kachelöfen. Mit dem Trend zu erneuerbaren Energien wächst auch die Bedeutung der fachgerechten Wartung von Feuerungsanlagen.

Gesetzlicher Rahmen

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen für steirische Rauchfangkehrer sind:

  • Kehrordnung: Regelt Kehrfristen und Pflichten
  • Tarifordnung: Festlegung der Höchstpreise
  • Feuerungsanlagengesetz: Vorschriften für Emissionen
  • Feuerpolizeiordnung: Brandschutzbestimmungen

Die Landesinnung der Rauchfangkehrer in der WKO Steiermark bietet umfangreiches Service wie Schulungen, technische Informationen und Normen.

Quellen