Mit 13 aktiven Förderungsaktionen und einem Fördervolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich unterstützt die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) auch 2026 steirische Klein- und Mittelunternehmen bei Innovation, Investition und Wachstum. Das Förderportfolio reicht von Gründungsunterstützung über Digitalisierungshilfen bis hin zu Exportförderungen – ein umfassender Überblick für alle KMU mit Standort in der Steiermark.
Die SFG als zentrale Anlaufstelle für Wirtschaftsförderung
Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. (SFG) mit Sitz am Nikolaiplatz 2 in Graz fungiert als zentrale Förderinstitution des Landes Steiermark. Als 100-prozentige Tochter des Landes unterstützt sie Unternehmen in allen Entwicklungsphasen – von der Gründung über Wachstumsphasen bis zur Internationalisierung. Die SFG setzt dabei gezielt Impulse für Innovation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Standortentwicklung in der Region.
Im Jahr 2024 genehmigte die SFG über 700 Förderanträge – ein deutliches Zeichen für die Innovationskraft der steirischen Wirtschaft. Die Steiermark positioniert sich mit einer Forschungsquote von über 5 Prozent unter den Top-4-Regionen Europas und gilt als Hotspot für technologische Innovation. Besonders gefragt sind Programme zur Digitalisierung und Forschung, mit steigender Tendenz im Bereich Nachhaltigkeit und grüne Technologien.
Förderungsschwerpunkte 2026
Das Jahr 2026 steht bei der SFG im Zeichen der Twin-Transition – der untrennbaren Verknüpfung von Digitalisierung und ökologischer Nachhaltigkeit. Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl setzt den Kurs einer investitionsfreundlichen Politik fort, während parallel Entlastungen bei den Energiekosten in Kraft treten. Für Unternehmen sinkt die Elektrizitätsabgabe auf 0,82 Cent je Kilowattstunde – eine direkte Erleichterung für die energieintensive Industrie.
Die SFG gliedert ihre Förderungen in sechs strategische Handlungsfelder:
- Forschen und Neues entwickeln – F&E-Projekte und Innovationsmanagement
- Gründen und starten – Unterstützung für Startups und Jungunternehmen
- Investieren und wachsen – Betriebserweiterungen und Produktionsinvestitionen
- Ausbilden und weiterbilden – Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter
- Ansiedeln und vernetzen – Standortentwicklung und Clusterarbeit
- Internationalisieren und exportieren – Erschließung von Exportmärkten
Übersicht der 13 aktiven Förderungsaktionen
| Förderung | Zielgruppe | Max. Förderung | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Start!Klar | Gründer bis 5 Jahre | 37.500 € | Beratung/Investition |
| Start!Klar plus | Innovative Startups | 100.000 € | Finanzierungsrunde |
| Wachstums!Schritt | KMU Produktion | 30% der Kosten | Investitionen |
| Cyber!Sicher | KMU | 15.000 € | IT-Sicherheit |
| Green!Invest | KMU | 35% der Kosten | Nachhaltigkeit |
| Ideen!Reich | KMU | 75.000 € | Innovation |
| Weiter!Bilden | KMU inkl. Lehrlinge | 2.500 € | Qualifizierung |
| Welt!Markt | Exportorientierte KMU | 60% der Kosten | Internationalisierung |
Gründungsförderungen: Start!Klar und Start!Klar plus
Jährlich machen sich rund 4.000 Menschen in der Steiermark selbstständig. Die SFG begleitet diese Gründerinnen und Gründer mit zwei aufeinander abgestimmten Programmen. Start!Klar richtet sich an innovative Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen bis fünf Jahre nach der Gründung und bietet Förderungen bis zu 37.500 Euro pro Antrag für Beratung, Investitionen und Digitalisierung.
Die Förderung Start!Klar plus greift in einer späteren Phase: Sie unterstützt Startups bei der Vorbereitung auf die erste Finanzierungsrunde mit bis zu 80 Prozent der Kosten, maximal 100.000 Euro. Gefördert werden Projekte, die wirtschaftliche, rechtliche und technologische Voraussetzungen für die Skalierungsphase schaffen. Die Cut-off-Dates für 2026 sind der 31. März und der 30. September. Erfolgreiche Beispiele wie Easelink zeigen das Potenzial steirischer Startups.
Investitionsförderung für produzierende Betriebe
Mit dem Programm Wachstums!Schritt 2021-2027 unterstützt die SFG Investitionsvorhaben produzierender Betriebe mit bis zu 30 Prozent der förderbaren Kosten. Im Jahr 2024 förderte die SFG 33 Projekte mit insgesamt über 11 Millionen Euro. Die Förderung wird aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Gefördert werden:
- Erweiterung oder Errichtung einer Betriebsstätte
- Diversifizierung der Produktion durch neue Produkte
- Grundlegende Änderung des Produktionsprozesses
- Baumaßnahmen, maschinelle Anlagen und immaterielle Investitionen
Das Mindestprojektvolumen beträgt 300.000 Euro. Projekte werden anhand von Kriterien wie Innovation, Wachstum, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und regionaler Bedeutung bewertet. Ein befristeter Wettbewerbsstärkungsbonus von 5 Prozent gilt bis 30. Juni 2026. Besonders im Bezirk Weiz nutzen produzierende Betriebe diese Förderung intensiv.
Cybersicherheit: Das Programm Cyber!Sicher
Angesichts steigender Cyberbedrohungen hat die SFG das Programm Cyber!Sicher aufgelegt. Die Statistik zeigt den Handlungsbedarf: 2022 wurden in Österreich 22.376 Cybercrime-Anzeigen registriert – ein Anstieg von 44,5 Prozent. 14 Prozent der österreichischen Unternehmen waren bereits von Ransomware betroffen. Die Förderung übernimmt bis zu 30 Prozent der Projektkosten, maximal 15.000 Euro bei einem Mindestprojektvolumen von 5.000 Euro.
Förderfähig sind IT-Sicherheitsrisikoanalysen, Beratungen, Aufbau von IT-Sicherheitsmanagementsystemen, Hard- und Software-Neuinvestitionen, Lizenzen, Weiterbildungen und Awareness-Maßnahmen. Eine Pflichtkomponente ist die Bewusstseinsbildung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit PC-Zugang. Gemeinsam mit der WKO Steiermark unterstützt die SFG auch bei der Umsetzung der NIS-2-Richtlinie.
Innovationsförderung mit Ideen!Reich
Das Programm Ideen!Reich fördert die Entwicklung von Innovationen bei Produkten, Technologien und Dienstleistungen sowie deren Umsetzung. Es richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit Betriebsstandort in der Steiermark – Produktions- und Handwerksbetriebe, unternehmensbezogene Dienstleistungsunternehmen sowie Architekten und Ziviltechniker.
Die Förderung gliedert sich in zwei Module:
| Modul | Max. Projektvolumen | Förderquote | Max. Förderung |
|---|---|---|---|
| Ideen!Reich XS | 20.000 € | bis 70% | 14.000 € |
| Ideen!Reich XL | höher | projektabhängig | 75.000 € |
Projekte, die auf nachhaltige und digitale Technologien setzen, haben die Chance auf eine höhere Förderung. Eine persönliche Beratung bei der SFG vor der Einreichung wird empfohlen.
F&E-Zusatzfinanzierung mit dem Steiermark!Bonus
Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG vergibt aus ihrem Basisprogramm jährlich Förderungen im dreistelligen Millionenbereich. Steirische Unternehmen profitieren davon besonders und lukrieren regelmäßig rund 25 Prozent der verfügbaren Mittel – bis zu 40 Millionen Euro.
Mit dem Steiermark!Bonus erhöht die SFG den Darlehensanteil der FFG um 20 Prozent für steirische KMU. Das Besondere: Steirische Unternehmen reichen ihr F&E-Projekt im Basisprogramm elektronisch bei der FFG ein und beantragen damit automatisch auch den Steiermark!Bonus. Die Vertragserstellung, Abrechnungsprüfung und Auszahlung übernimmt die FFG.
Qualifizierung mit Weiter!Bilden
Das Programm Weiter!Bilden fördert Weiterbildungen, die maßgeblich zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung beitragen. Die Zielgruppe umfasst KMU aus der SFG-Zielgruppe inklusive Unternehmerinnen, Mitarbeitern und Lehrlingen. Die Förderung unterstützt mit bis zu 2.500 Euro pro Antrag dabei, den Fachkräftemangel zu bewältigen – eine der größten Herausforderungen für die steirische Wirtschaft.
Internationalisierung mit Welt!Markt
Die Exportoffensive Welt!Markt unterstützt steirische Unternehmen bei der Erschließung internationaler Märkte mit bis zu 60 Prozent der anrechenbaren Projektkosten. Gefördert werden Messeauftritte, Wettbewerbsteilnahmen und Markterschließungsaktivitäten. Die steirischen Cluster-Organisationen agieren dabei als Vermittler und helfen Betrieben, Potenziale zu identifizieren und Zugang zu Fördermitteln zu finden.
So beantragen Sie eine SFG-Förderung
Alle SFG-Förderungen werden über das Online-Portal unter portal.sfg.at beantragt. Wichtig: Der Förderungsantrag muss vor Projektbeginn eingereicht werden. Es können nur Kosten gefördert werden, die nach dem Einlangen des Antrags anfallen.
Der typische Prozess umfasst folgende Schritte:
- Beratung – Telefonische oder persönliche Erstberatung durch SFG-Experten
- Antragstellung – Online-Einreichung vor Projektbeginn
- Prüfung – Bewertung des Projekts durch die SFG
- Anrechnungsstichtag – Information über den offiziellen Stichtag
- Projektstart – Beginn nach Erhalt des Anrechnungsstichtags
- Förderungszusage – Erhalt des Förderungsvertrags
- Projektabschluss – Durchführung und Abschluss des Projekts
- Abrechnung – Einreichung der Unterlagen
- Auszahlung – Überweisung nach Prüfung
Green!Invest – Förderung für nachhaltige Investitionen
Die Förderungsaktion Green!Invest unterstützt Investitionsvorhaben, die im Einklang mit den Zielen des Europäischen Green Deals stehen und langfristig tragfähige grüne Geschäftsfelder erschließen oder ausbauen. Die Steiermark positioniert sich als Green Tech Valley und setzt damit ein klares Signal für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
Gefördert werden Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, ressourcenschonende Produktion und nachhaltige Mobilität mit bis zu 35 Prozent der förderbaren Kosten. Besonders attraktiv sind Kombinationen mit anderen Förderprogrammen der SFG.
Nahversorgung mit Lebens!Nah stärken
Das Programm Lebens!Nah richtet sich an Kleinstbetriebe inklusive Gründerinnen in den Bereichen Gewerbe und Handwerk, Einzelhandel sowie Dienstleistungen. Gefördert werden Investitionsprojekte mit bis zu 20 Prozent sowie Digitalisierungsprojekte mit bis zu 30 Prozent der anrechenbaren Kosten. Ziel ist es, die Versorgung in ländlichen Regionen zu sichern und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Betriebe zu stärken.
Tipps für einen erfolgreichen Förderantrag
Um die Chancen auf eine Förderzusage zu maximieren, sollten Unternehmen folgende Punkte beachten:
- Frühzeitige Planung – Der Antrag muss vor Projektbeginn eingereicht werden
- Vollständige Unterlagen – Businessplan, Kostenaufstellung und Lebenslauf sind meist erforderlich
- Persönliche Beratung – Die kostenlose Erstberatung der SFG nutzen
- Eigenkapitalquote – Mindestens 25 Prozent Eigenmittel sind oft Voraussetzung
- Innovationsgrad – Projekte mit hohem Neuheitsgrad werden bevorzugt
- Nachhaltigkeit – Ökologische Aspekte verbessern die Bewertung
Kontakt und weitere Informationen
Die SFG bietet kostenlose Erstberatungen an. Das Standortcoaching-Team unterstützt bei der Auswahl des passenden Förderprogramms und begleitet den gesamten Antragsprozess. Das Team steht für Fragen zur Verfügung:
Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. SFG
Nikolaiplatz 2, 8020 Graz
Telefon: +43 316 7093 0
E-Mail: office@sfg.at
Web: www.sfg.at/foerderungen
Die SFG ist Teil der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2030. Das Bundesland positioniert sich als Green Tech Valley und profitiert von einer zentralen Anlaufstelle für alle Förderangelegenheiten – ein strategischer Vorteil gegenüber Regionen mit verteilten Zuständigkeiten.