Rund 35 Destinationen in 14 Ländern, eine neue Direktverbindung nach London Gatwick und 831.095 abgefertigte Passagiere im Vorjahr – der Flughafen Graz startet am 29. März 2026 mit einem erweiterten Sommerflugplan in die warme Saison. Bis zum 24. Oktober 2026 verbindet der Graz Airport die Steiermark mit neun Linien- und 16 Feriendestinationen. Geschäftsführer Wolfgang Grimus spricht von einem „bunten, vielfältigen und interessanten Destinationsmix“. Der steirische Regionalflughafen positioniert sich damit als zentrale Mobilitätsdrehscheibe für Südösterreich.
Linienverbindungen: Sechs Hubs für über 200 Ziele weltweit
Das Rückgrat des Sommerflugplans 2026 bilden neun Linienverbindungen zu europäischen Metropolen und internationalen Drehkreuzen. Über die sechs großen Hubs Frankfurt, München, Wien, Istanbul, Zürich und Düsseldorf erreichen Passagiere mit nur einem Umstieg mehr als 200 Ziele weltweit.
Frankfurt bleibt die frequenzstärkste Verbindung: Air Dolomiti bedient die Strecke mit bis zu 27 Flügen pro Woche. München und Wien folgen mit jeweils bis zu 20 wöchentlichen Rotationen. Eurowings verbindet Graz mit Berlin (5x/Woche), Düsseldorf (5x/Woche) und Hamburg (4x/Woche). Pegasus Airlines fliegt dreimal wöchentlich nach Istanbul Sabiha Gökcen.
Die größte Neuerung im Liniensegment ist die dreimal wöchentliche Verbindung nach London Gatwick. BA Euroflyer, eine Tochter von British Airways, bedient die Strecke montags, mittwochs und freitags. Die London-Verbindung ab Graz richtet sich an Städtereisende und Geschäftsreisende gleichermaßen. London war laut Flughafenmanagement bisher der größte Markt ohne Direktflug aus der Region.
Außerdem stockt der Airport die Zürich-Verbindung ab Ende Mai 2026 auf tägliche Flüge auf. Gerade für die exportstarke steirische Wirtschaft ist die Anbindung an die Schweiz von Bedeutung. Auch die Wirtschaft in Graz profitiert von der verbesserten internationalen Erreichbarkeit.
| Destination | Airline | Frequenz | Zeitraum |
|---|---|---|---|
| Frankfurt (FRA) | Air Dolomiti | bis zu 27x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| München (MUC) | Air Dolomiti | bis zu 20x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| Wien (VIE) | Austrian Airlines | bis zu 20x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| Berlin (BER) | Eurowings | 5x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| Düsseldorf (DUS) | Eurowings | 5x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| Hamburg (HAM) | Eurowings | 4x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| London Gatwick (LGW) | BA Euroflyer | 3x/Woche (NEU) | 29.03. – 24.10.2026 |
| Istanbul (SAW) | Pegasus Airlines | 3x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
| Zürich (ZRH) | Swiss/Helvetic | 5-7x/Woche | 29.03. – 24.10.2026 |
Feriendestinationen: 13 von 15 Zielen liegen auf Inseln
Der Ferienflugplan setzt auf Sonne, Strand und Inseln. Von den 15 direkt erreichbaren Urlaubszielen befinden sich 13 auf Inseln. Griechenland dominiert das Angebot mit sieben Destinationen: Heraklion (Kreta), Karpathos, Kefalonia, Kos, Paros, Rhodos und Skiathos. Dazu kommen Brac (Kroatien), Calvi (Korsika), Las Palmas (Gran Canaria), Palma de Mallorca und Teneriffa.
Neu im Programm ist Olbia auf Sardinien. Damit erhalten Reisende aus der Steiermark erstmals eine Nonstop-Verbindung auf die zweitgrößte Mittelmeerinsel. Sardinien galt bisher als schwer erreichbares Ziel für Grazer Urlauber. Die neue Route eröffnet Möglichkeiten für Bade- und Mietwagenurlaub an der Costa Smeralda.
Nach Antalya erhöht sich die Kapazität: Neben SunExpress bedient auch die türkische Airline Mavi Gök Airlines die Strecke. Hurghada bleibt als Ganzjahresziel bestehen. Eurowings fliegt mittwochs und samstags nach Ägypten.
Ergänzt wird der Ferienflugplan durch Sonderflüge und Kurzketten zu Zielen wie Bilbao, Bordeaux, Malta, Neapel, Paphos, Paris, Valencia und Varna. Diese Einzeltermine konzentrieren sich auf nachfragestarke Zeiträume rund um Ostern und Pfingsten. Auch Mykonos steht für einen kurzen Zeitraum von Ende August bis Mitte September im Plan.
Der steirische Tourismus profitiert nicht nur von den Abflügen. Die neuen Verbindungen – vor allem London – bringen auch Incoming-Touristen in die Steiermark.
Passagierzahlen 2025: Stabiles Wachstum und Frachtrekord
Der Flughafen Graz blickt auf ein solides Jahr 2025 zurück. 831.095 Passagiere wurden betreut – ein Plus von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr (819.273). Der Charterverkehr legte mit einem Zuwachs von 3,9 % besonders stark zu. Im Linienverkehr betrug das Wachstum 0,6 %.
Besonders erfreulich: Im Frachtbereich stellte der Airport mit 19.500 transportierten Tonnen einen neuen Rekord auf. Das entspricht einem Plus von 4,4 % gegenüber 2024. Die Zahl der Flugbewegungen stieg um 1,8 % auf 10.437 Starts und Landungen.
Im österreichischen Vergleich liegt Graz auf Rang vier hinter Wien (32,6 Mio.), Salzburg (1,77 Mio.) und Innsbruck (882.876). Die Aviation.Direct-Analyse des Sommerflugplans zeigt, dass der Standort von einer zunehmenden Diversifizierung der Airlines profitiert.
| Kennzahl | 2025 | 2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Passagiere gesamt | 831.095 | 819.273 | +1,4 % |
| Linienverkehr | 617.554 | 613.644 | +0,6 % |
| Charterverkehr | 213.541 | 205.629 | +3,9 % |
| Flugbewegungen | 10.437 | 10.251 | +1,8 % |
| Fracht (Tonnen) | 19.500 | 18.674 | +4,4 % |
Airlines am Graz Airport: Breiter Mix aus Linie und Charter
Am Flughafen Graz operieren im Sommer 2026 neun Fluggesellschaften. Eurowings ist der stärkste Partner im Ferienflugbereich und bedient ab der Grazer Basis Ziele in Deutschland, Griechenland, Ägypten und Spanien. Air Dolomiti verantwortet die hochfrequenten Hub-Zubringerflüge nach Frankfurt und München. BA Euroflyer fliegt nach London.
Pegasus Airlines sichert die Anbindung an den türkischen Hub Istanbul. SunExpress und Mavi Gök Airlines bedienen Antalya. Weitere Carrier wie Corendon Airlines und Avanti Air ergänzen das Angebot auf einzelnen Ferienstrecken. Die Diversifizierung der Fluggesellschaften stärkt den Standort: Fällt ein Carrier aus, bleiben Alternativen bestehen.
Eurowings hat Graz als elfte Basis eingerichtet und stationiert dort einen Airbus A320. Die intensive Partnerschaft stärkt die Anbindung an norddeutsche Städte und griechische Inseln. Für Geschäftsreisende bieten die Verbindungen nach Berlin, Düsseldorf und Hamburg Flexibilität durch mehrere wöchentliche Frequenzen.
Koralmbahn erweitert das Einzugsgebiet
Ein Gamechanger für den Flughafen ist die Koralmbahn. Durch die Inbetriebnahme der neuen Bahnstrecke verkürzt sich die Reisezeit von Klagenfurt nach Graz auf rund eine Stunde. Der Bahnhof Graz/Feldkirchen liegt nur 300 Meter vom Terminal entfernt. Damit rückt der gesamte Wirtschaftsraum Area Süd zusammen.
Für den Graz Airport bedeutet das: Reisende aus Kärnten erreichen den Flughafen nun schneller als den Airport Klagenfurt manches Ziel via Umstieg anbieten kann. Dieser Effekt soll das Passagiervolumen stabilisieren und den Flughafen gegenüber den großen Drehkreuzen Wien und Venedig-Marco Polo konkurrenzfähig halten.
Geschäftsführer Mark Perz, Vorstandsdirektor der Holding Graz, formuliert die strategische Vision so: Der Airport soll als leistungsfähige, international vernetzte Drehscheibe im Zentrum eines der dynamischsten Wirtschaftsräume Mitteleuropas funktionieren. Mit dem Semmering-Basistunnel kommt ein weiterer Infrastruktur-Meilenstein hinzu.
Nachhaltigkeit und Non-Aviation-Bereich
Neben dem Kerngeschäft Flugverkehr investiert der Graz Airport in Nachhaltigkeit. Als erster österreichischer Regionalflughafen hat er eine elektrische Bodenstromversorgung umgesetzt. Die PV-Anlage auf dem Parkhausdach liefert den erzeugten Strom direkt an diese Bodenstromversorgung.
Die geplante PV-Freiflächenanlage auf dem Flughafengelände erreicht in der ersten Ausbaustufe eine Leistung von rund 16 MWp. Sie wird auf etwa 11 % der Wiesenflächen realisiert und stellt mehr als 50 % der größten Einzelmaßnahme des städtischen PV-Masterplans dar. E-Ladepunkte stehen auf mehreren Parkplätzen bereit. Insgesamt verfügt der Flughafen über 2.450 Stellplätze, die ersten 30 Minuten sind kostenlos.
Der Non-Aviation-Bereich wächst ebenfalls: 2025 fanden Messen wie die ReiseZeit von Gruber-Reisen und der ACstyria Mobilitätskongress Contact mit 750 internationalen Teilnehmern am Flughafen statt. Geschäftsführer Jürgen Löschnig betont, dass neben der Verkehrsentwicklung auch Umweltthemen und die Funktion als Veranstaltungsort weiter an Bedeutung gewinnen.
Praktische Tipps für Reisende
Wer ab Graz fliegen möchte, sollte einige Punkte beachten:
- Anreise: Der Flughafen liegt 12 km südlich von Graz. Der Bus 630 fährt direkt vor die Abflughalle, der Bahnhof Feldkirchen ist 300 Meter entfernt.
- Parken: 2.450 Stellplätze stehen bereit. Die ersten 30 Minuten sind auf allen Parkplätzen gratis. E-Ladepunkte sind vorhanden.
- Check-in: Vorabend-Check-in ist möglich (nicht bei allen Airlines). Bei Eurowings BASIC-Tickets kann der Counter-Check-in kostenpflichtig sein – Online-Check-in ist empfehlenswert.
- Lounge: Die Graz Airport Lounge bietet einen Rückzugsort vor dem Abflug.
- Betriebszeiten: Montag bis Sonntag, 06:00 bis 23:30 Uhr, 365 Tage im Jahr.
Ausblick: Wohin steuert der Graz Airport?
Der Sommerflugplan 2026 markiert einen weiteren Schritt in der Entwicklung des Flughafens Graz. Die neue London-Verbindung, die Aufstockung nach Zürich und die Erweiterung des Einzugsgebiets durch die Koralmbahn stärken die Position des Airports. Seit Jänner 2026 gehört der Flughafen organisatorisch zur Sparte „Mobilität und Freizeit“ der Holding Graz. Ein neu eingerichteter Aufsichtsrat mit Luftfahrtexperten soll die strategische Weiterentwicklung vorantreiben.
Die Herausforderung bleibt: Die Passagierzahlen liegen noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau von 2019. Österreichweit beträgt der Rückstand rund 12,6 %. Die nationale Flugabgabe belastet Regionalflughäfen besonders. Die ORF Steiermark-Berichterstattung zur Flughafenbilanz 2025 zeigt: Der Airport ist auf einem guten Weg, braucht aber politische Unterstützung bei den Rahmenbedingungen.
Für steirische Unternehmen bleibt der Flughafen ein entscheidender Standortfaktor. Die Exportwirtschaft braucht schnelle Verbindungen zu internationalen Kunden und Märkten. Mit 27 wöchentlichen Frankfurt-Flügen und der neuen London-Route deckt der Sommerflugplan 2026 diese Anforderungen ab.