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Bestattungswesen in der Steiermark – Tradition und Würde im Wandel

164 Bestattungsunternehmen versorgen die Steiermark mit würdevollen Abschiednahmen – ein Wirtschaftszweig, der Tradition mit modernen Dienstleistungen verbindet. Die Branche beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter und erwirtschaftet jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag.

Die großen Bestatter der Steiermark

Die Grazer Bestattung blickt auf über 130 Jahre Geschichte zurück und gehört zur Holding Graz. Das Unternehmen betreibt das einzige Krematorium der Landeshauptstadt sowie einen eigenen Urnenfriedhof. Transparenz bei der Preisgestaltung und geschultes Personal sind die Eckpfeiler des kommunalen Betriebs.

Die Bestattung Wolf zählt mit 21 Standorten zu den größten privaten Bestattungsunternehmen der Steiermark. Das Familienunternehmen unter der Leitung von Ewald Wolf ist 365 Tage im Jahr, 24 Stunden täglich erreichbar und deckt das gesamte Bundesland ab.

Unternehmen Standorte Besonderheit
Grazer Bestattung Graz + Filialen Krematorium, kommunal
Bestattung Wolf 21 Filialen Steiermark-weit tätig
Bestattung Himmelblau 3 Standorte Graz Memorium, modern
Bestattung Stolz Murau Obersteiermark

Expansion und Konsolidierung

Der steirische Bestattungsmarkt erlebt eine Konsolidierungswelle. Die Wiener Bestattung Himmelblau, Österreichs größter Privatbestatter, expandierte nach Graz und übernahm die Alpha Bestattung. Das Unternehmen betreibt nun drei Standorte in Graz und Umgebung, darunter ein modernes Bestattungsdorf in der Messendorfer Straße mit einem lichtdurchfluteten Memorium für individuelle Trauerfeiern.

Die Grazer Zentrale vereint alle Stationen einer Verabschiedung an einem Ort. Das Herzstück bildet der Verabschiedungsraum mit viel Holz und natürlichem Licht. Die lokale Expertise bleibt durch die bisherige Betriebsleiterin Sandra Gußmagg erhalten.

Bestattungsarten im Wandel

Die Feuerbestattung gewinnt kontinuierlich an Bedeutung. Die Grazer Bestattung bietet seit 1932 alle Schritte der Feuerbestattung aus einer Hand. Neben klassischen Erd- und Urnenbestattungen etablieren sich alternative Formen:

  • Baumbestattung: Die Urne wird im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt
  • Naturbestattung: Rückkehr zur Erde in naturnaher Umgebung
  • Seebestattung: Beisetzung auf hoher See

Die regionale Vielfalt zeigt sich auch bei spezialisierten Anbietern. In der Tradition steirischer Familienunternehmen stehen viele Bestatter seit Generationen im Dienst der Bevölkerung.

Ausbildung und Berufsbild

Der Beruf des Bestatters ist ein reglementiertes Gewerbe gemäß § 124 Z. 2 GewO 1994. Die Ausbildung umfasst:

  • Hygienische Versorgung Verstorbener
  • Trauerbegleitung und Psychologie
  • Organisation von Trauerfeiern
  • Rechtliche Grundlagen
  • Kaufmännische Kenntnisse

Die Landesinnung der Bestatter in der Wirtschaftskammer Steiermark vertritt die Interessen der Branche und setzt Standards für Qualität und Seriosität.

Regionale Versorgung

In allen steirischen Bezirken sind Bestattungsunternehmen vertreten. Von Bad Radkersburg bis Murau, von Liezen bis Hartberg – die flächendeckende Versorgung gewährleistet, dass Angehörige auch in ländlichen Regionen professionelle Unterstützung finden. Viele Betriebe bieten Hausbesuche und mobile Beratung an.

Die Verbindung zu verwandten Branchen wie großen Dienstleistungsunternehmen zeigt sich bei der Grazer Bestattung als Teil der kommunalen Holding-Struktur.

Kosten und Transparenz

Die steirischen Bestatter setzen verstärkt auf Preistransparenz. Viele Unternehmen veröffentlichen ihre Preislisten online. Eine einfache Bestattung beginnt bei etwa 2.500 Euro, hochwertige Verabschiedungen mit Trauerfeier können 8.000 Euro und mehr kosten.

Die Bestattungsvorsorge gewinnt an Bedeutung: Immer mehr Menschen regeln zu Lebzeiten ihre Bestattungswünsche und entlasten so ihre Angehörigen finanziell und emotional.

Quellen