Mit einem Exportvolumen von 14,1 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 ist die Steiermark einer der wichtigsten Exportstandorte Österreichs. Die steirische Automobilindustrie allein trägt 31 Prozent zu den Gesamtexporten bei – ein Beweis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen. Wir stellen die zehn wichtigsten Exporteure vor.
Exportland Steiermark – Die Fakten
Die Steiermark gehört zu den exportstärksten Bundesländern Österreichs. Mit einer F&E-Quote von rund fünf Prozent liegt das Land deutlich über dem EU-Durchschnitt. Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner: Exporte dorthin stiegen im ersten Halbjahr 2025 um 2,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Auf Platz zwei liegen die USA mit 1,9 Milliarden Euro, gefolgt von Italien.
WKO Steiermark Präsident Josef Herk betont: „Produkte aus der Steiermark sind innovativ und nachhaltig und genießen dadurch weit über unsere Grenzen hinaus einen hervorragenden Ruf.“ Diese Qualität sei es auch zu verdanken, dass der steirische Außenhandel in den vergangenen Jahren einen starken Wachstumskurs aufweisen konnte.
Die Top 10 Exporteure der Steiermark
| Rang | Unternehmen | Branche | Umsatz 2024 |
|---|---|---|---|
| 1 | Andritz AG | Maschinenbau | 8,1 Mrd. € |
| 2 | Magna Steyr | Fahrzeugbau | 6,5 Mrd. € |
| 3 | voestalpine Stahl | Stahl | 3,8 Mrd. € |
| 4 | Sappi Austria | Papier | 2,3 Mrd. € |
| 5 | AVL List | Antriebstechnik | 2,03 Mrd. € |
| 6 | AT&S | Leiterplatten | 1,8 Mrd. € |
| 7 | Pankl Racing | Motorsport | 550 Mio. € |
| 8 | Knapp AG | Logistik | 1,5 Mrd. € |
| 9 | Sandvik Mining | Bergbaumaschinen | 800 Mio. € |
| 10 | DEWETRON | Messtechnik | 80 Mio. € |
Andritz – Der Maschinenbau-Gigant
Die Andritz AG mit Hauptsitz in Graz ist mit einem Umsatz von über 8 Milliarden Euro das größte börsennotierte Unternehmen der Steiermark. Der Konzern ist weltweit führend in den Bereichen Wasserkraftanlagen, Zellstoff- und Papierproduktion sowie Umwelttechnik. Die Exportquote liegt bei über 90 Prozent – Andritz-Technologie ist auf allen Kontinenten im Einsatz.
Magna Steyr – Die Auto-Schmiede
Magna Steyr in Graz ist einer der weltweit größten unabhängigen Auftragsfertiger für Automobile. Für Marken wie Mercedes-Benz, BMW und Jaguar werden hier komplette Fahrzeuge produziert. Die Wirtschaft in Graz profitiert massiv von diesem Leitbetrieb, der tausende Arbeitsplätze sichert.
AVL List – Innovation Made in Styria
Mit einem Umsatz von 2,03 Milliarden Euro (nur minus 0,9 Prozent trotz schwieriger Marktlage) zeigt AVL List Stabilität. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Entwicklung von Antriebssystemen – vom klassischen Verbrennungsmotor bis zur Brennstoffzelle. Als Gesellschafter des ACstyria prägt AVL die steirische Mobilitätsbranche maßgeblich.
Exportpreisträger 2025
Im September 2025 wurden die Steirischen Exportpreisträger gekürt – Unternehmen, die sich durch besondere Exportleistungen auszeichnen:
- Kleinunternehmen: HTSolutions GmbH (Bruck an der Mur) – Präzisionsbauteile für Formel 1, Exportquote 92%
- Mittleres Unternehmen: DEWETRON GmbH (Grambach) – Messtechnik, Exportquote 95%
- Großunternehmen: Sandvik Mining and Construction (Zeltweg) – Bergbaumaschinen für die Welt
Das Internationalisierungscenter Steiermark (ICS) feierte bei der Verleihung gleichzeitig sein 20-jähriges Bestehen. Das ICS unterstützt steirische Unternehmen beim Export und bei der Markterschließung.
Wichtigste Exportgüter
Die Liste der wichtigsten steirischen Exportgüter wird angeführt von:
| Warengruppe | Exportwert (H1 2025) | Veränderung |
|---|---|---|
| Zugmaschinen und Kraftwagen | 2,9 Mrd. € | -7,5% |
| Maschinen und mechanische Geräte | 2,1 Mrd. € | -9,1% |
| Elektrische Maschinen | 1,3 Mrd. € | +5,9% |
Hidden Champions
Neben den großen Namen gibt es in der Steiermark zahlreiche „Hidden Champions“ – mittelständische Unternehmen, die in ihren Nischen Weltmarktführer sind. Laut WKO sind in Österreich fast 200 solcher Hidden Champions angesiedelt, ein großer Teil davon in der Steiermark. Der Exportanteil dieser Unternehmen liegt bei beeindruckenden 85 Prozent.
Auch in den Bezirken außerhalb von Graz finden sich starke Exporteure: Im Bezirk Weiz etwa sind zahlreiche Zulieferer der Automobilindustrie angesiedelt, die ihre Produkte weltweit verkaufen. Der Bezirk Bruck-Mürzzuschlag punktet mit Unternehmen wie HTSolutions.
Herausforderungen
Trotz der Stärke des Exportstandorts Steiermark gibt es Herausforderungen. Die Exporte sind im ersten Halbjahr 2025 um 2,8 Prozent gesunken – insbesondere die Ausfuhren nach China gingen deutlich zurück. Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer betont die Notwendigkeit, „gezielt jene Märkte zu bearbeiten, auf denen sich konkrete Chancen bieten.“
Die Rahmenbedingungen am Standort – hohe Energie- und Personalkosten sowie bürokratische Hürden – werden von der Wirtschaft kritisch gesehen. IV-Steiermark Vizepräsident Markus Ritter fordert: „Die steirische Industrie zeichnet sich durch ihre Exportstärke aus. Diese Stärke kann aber nur weiter ausgebaut werden, wenn die Rahmenbedingungen am Standort unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern.“
Ausblick
Die steirischen Exporteure haben bewiesen, dass sie auch in schwierigen Zeiten wettbewerbsfähig sind. Mit Innovation, Spezialisierung und Qualität behaupten sie sich auf den Weltmärkten. Die enge Vernetzung der Unternehmen – etwa über die größten Unternehmen der Steiermark – schafft Synergien, die den Standort insgesamt stärken.