Wenn vom 26. bis 28. Juni 2026 die schnellsten Autos der Welt durch das Murtal donnern, verwandelt sich ein 5.000-Einwohner-Ort im obersteirischen Aichfeld in den Mittelpunkt der Motorsport-Welt. Der Große Preis von Österreich am Red Bull Ring in Spielberg ist Heimrennen von Red Bull, Pilgerstätte der niederländischen Orange Army und einer der stimmungsvollsten Termine im Formel-1-Kalender. Für die Steiermark ist er weit mehr als ein Sportevent: Der Grand Prix bringt der Region jedes Jahr Wertschöpfung in zweistelliger Millionenhöhe. Dieser Leitfaden bündelt alles, was Sie für 2026 brauchen – Termin, Tickets, Anreise, Camping, Hotels, Rahmenprogramm – und zeigt, warum das Rennen zum wichtigsten Wirtschaftsmotor der Region geworden ist.
Inhalt:
- Termin und Rennwochenende 2026
- Der Red Bull Ring: Strecke und Geschichte
- Renngeschichte: von Lauda bis Verstappen
- Tickets: Kategorien und Strategie
- Anreise mit dem Auto
- Bahn, Shuttle und Flugzeug
- Camping am Red Bull Ring
- Hotels und Unterkünfte im Murtal
- Fan Zone, Konzerte und Pit Lane Walk
- Der Wirtschaftsfaktor Grand Prix
- Praktische Tipps für den Renntag
- Häufige Fragen
Termin und Rennwochenende 2026
Der Formula 1 Lenovo Austrian Grand Prix 2026 steigt von 26. bis 28. Juni 2026. Das Wochenende folgt dem klassischen Formel-1-Ablauf:
- Freitag, 26. Juni: das erste und zweite Freie Training
- Samstag, 27. Juni: das dritte Freie Training und am Nachmittag das Qualifying um die Startplätze
- Sonntag, 28. Juni: der Grand Prix, das Herzstück des Wochenendes
Drumherum läuft ein dichtes Programm aus Rahmenrennen, Fahrerparaden und Showacts. Die offizielle F1 Fan Zone und das Steiermark Village sind bereits ab Donnerstag, 25. Juni, geöffnet – wer das ganze Wochenende auskosten will, reist also schon am Vortag an. Spielberg liegt im Bezirk Murtal, gut eine Autostunde nordwestlich von Graz, auf rund 700 Metern Seehöhe inmitten der obersteirischen Berge.
Der Red Bull Ring: Strecke und Geschichte
Der Red Bull Ring zählt zu den kürzesten und schnellsten Kursen im Kalender. Die Strecke ist 4,318 Kilometer lang und hat zehn Kurven – sieben Rechts- und drei Linkskurven. Was sie so spektakulär macht, sind die Höhenunterschiede: Bis zu 12 Prozent Steigung und 9,3 Prozent Gefälle lassen die Autos bergauf und bergab jagen. Eine Runde ist in deutlich unter 70 Sekunden absolviert, weshalb das Feld eng beisammen bleibt und Überholmanöver an der Tagesordnung sind.
Die Geschichte des Kurses reicht weit zurück. 1969 wurde an dieser Stelle der legendäre Österreichring eröffnet, als Ersatz für die unsicher gewordene Flugplatzpiste in Zeltweg. Die langgezogene Hochgeschwindigkeitsstrecke galt als eine der schönsten der Welt. 1997 wurde sie verkürzt, entschärft und in A1-Ring umbenannt; unter diesem Namen gastierte die Formel 1 bis 2003 in der Steiermark. Nach einer langen Pause baute Red Bull die Anlage um – der renommierte Streckenarchitekt Hermann Tilke gestaltete den Kurs neu, im Mai 2011 wurde der Red Bull Ring eröffnet, und 2014 kehrte die Formel 1 zurück. Die erste Kurve trägt heute den Namen Niki-Lauda-Kurve, zu Ehren der 2019 verstorbenen österreichischen Rennlegende. Über zwei Verbindungsspangen lässt sich der Ring in eine Nord- und eine Südstrecke teilen, was bei kleineren Veranstaltungen Parallelbetrieb ermöglicht.
Fahrerisch ist der Kurs zweigeteilt: Die ersten Kurven haben Stop-and-go-Charakter mit harten Bremszonen, während die zweite Streckenhälfte mit ihren Höhenunterschieden einer Achterbahn gleicht. Der wichtigste Überholpunkt ist die Remus-Kurve, eine bergab führende Rechtskurve am Ende einer langen DRS-Geraden. Den letzten Sektor leiten die beiden schnellen Linkskurven Rauch und Würth ein, früher nach den österreichischen Helden Gerhard Berger und Niki Lauda benannt. Weil die Autos hier mit rund 200 km/h durchziehen, erzeugen sie viel verwirbelte Luft – was das Hinterherfahren erschwert und zugleich enge Zweikämpfe garantiert.
Renngeschichte: von Lauda bis Verstappen
Schon der alte Österreichring schrieb ab 1969 Motorsport-Geschichte. Auf der langgezogenen Hochgeschwindigkeitspiste in den Bergen jubelten die Fans den österreichischen Helden Niki Lauda und Gerhard Berger zu, ehe die Formel 1 die Strecke 1987 zunächst verließ und in der A1-Ring-Ära von 1997 bis 2003 zurückkehrte. Die ganz große Tradition begann aber erst mit Red Bull.
Seit der Rückkehr 2014 fährt die Formel 1 jedes Jahr in Spielberg, in den Corona-Jahren 2020 und 2021 sogar zweimal pro Saison – damals wurde neben dem Großen Preis von Österreich zusätzlich der Große Preis der Steiermark ausgetragen. Geprägt hat die jüngere Geschichte ein Name: Max Verstappen. Der Red-Bull-Pilot gewann den Österreich-GP viermal (2018, 2019, 2021 und 2023) und dazu 2021 den Steiermark-GP, womit er den dreifachen Österreich-Sieger Alain Prost als Rekordsieger ablöste. Spielberg ist sein Heimspiel, getragen von der niederländischen Orange Army, die die Zuschauerhänge in ein oranges Fahnenmeer verwandelt.
Doch der Ring kann auch andere Sieger: Charles Leclerc feierte 2022 seinen ersten Österreich-Triumph, George Russell gewann 2024 im Mercedes, und 2025 setzte sich Lando Norris im McLaren nach einem harten Duell mit Teamkollege Oscar Piastri durch. Dass die Formel 1 dem Murtal erhalten bleibt, ist abgesichert: Der Vertrag für den Großen Preis von Österreich läuft bis inklusive 2030.
Tickets: Kategorien und Strategie
Für die Formel 1 in Spielberg gibt es vor allem 3-Tages-Wochenendtickets (Freitag bis Sonntag), für viele Bereiche zusätzlich günstigere Sonntag-Tickets nur für den Renntag. Die wichtigsten Kategorien:
- General Admission (Stehplatz): Zutritt zu den weitläufigen Wiesen und Hügeln rund um die Strecke ohne reservierten Sitzplatz. Die günstigste Variante – dafür braucht man früh dran sein, um sich die besten Plätze an den Hängen zu sichern. Diese sind oft die stimmungsvollsten Orte überhaupt.
- Tribünen: reservierte Sitzplätze mit gutem Blick, viele davon überdacht und damit vor Sonne und Regen geschützt. Beliebt sind die Bereiche an Start und Ziel sowie die Red-Bull-Tribünen an den spektakulären Kurven.
- 3-Corner-Ticket: An jedem der drei Tage sitzen Sie auf einer anderen Tribüne und erleben den Ring so aus mehreren Perspektiven.
- VIP und Paddock Club: exklusive Lounges, bester Blick, Catering und teils Zugang zum Fahrerlager. Das Premium-Erlebnis zum Premium-Preis.
Was die Tickets 2026 kosten: Die folgende Übersicht zeigt die Preise der wichtigsten Kategorien für das Wochenende und nur für den Sonntag (Stand der offiziellen Preisliste: 16. Juni 2026; die Preise steigen, je weniger Kontingent verfügbar ist):
| Kategorie | Wochenende (Fr-So) | nur Sonntag |
|---|---|---|
| Stehplatz (General Admission) | 160 € | 145 € |
| Tribüne Red Bull J-N (günstigste Sitzplätze) | 275 € | 250 € |
| Tribüne T8 / Schönberg | 380 € | 350 € |
| Tribüne T10 | 420 € | 380 € |
| Tribüne T9 | 475 € | 425 € |
| Tribüne T3 / Red Bull B / Start-Ziel A-Q | 540 € | 490 € |
| Top-Tribünen: Start-Ziel, Steiermark, Red Bull A | 680 € | 610 € |
| 3-Corner-Hopping (Silver / Gold) | 425 € / 680 € | – |
Dazu gut zu wissen: Kinder bis 15 Jahre (geboren nach dem 28. Juni 2011) zahlen auf den Tribünen nur 34 Euro – auf den Stehplätzen sind sie sogar gratis, brauchen aber ein eigenes Kinderticket in Begleitung eines Erwachsenen. Menschen mit Behinderung erhalten 50 Prozent Ermäßigung; Rollstuhlplätze gibt es ausschließlich auf der barrierefreien Start-Ziel-Tribüne. Fürs Parken stehen kostenlose Flächen im weiteren Umfeld sowie kostenpflichtige PKW-Stellplätze ab 139 Euro pro Tag zur Verfügung.
Frühbucher zahlen am wenigsten, und weil die beliebten Bereiche regelmäßig Monate vor dem Rennen ausverkauft sind, gilt: je früher, desto besser. Kaufen Sie ausschließlich über den offiziellen Ticketshop (gpticketshop.com beziehungsweise tickets.redbullring.com), um Fälschungen und überteuerte Zweitmarkt-Angebote zu vermeiden.
Ein Tipp speziell für Stehplatz-Tickets: Die Hügel rund um die Strecke sind unterschiedlich begehrt. Die Anhöhen oberhalb der Remus-Kurve und entlang des letzten Sektors bieten weite Blicke über mehrere Kurven und gehören zu den beliebtesten Plätzen – entsprechend früh sind sie besetzt. Wer Schatten und einen klaren Blick auf Start und Ziel will, fährt mit einem Tribünenticket besser, zahlt dafür aber mehr. Viele Stammgäste schwören dennoch auf die Stehplätze, weil die Stimmung an den Hängen, mitten unter den Fancamps, einzigartig ist.
Anreise mit dem Auto
Die meisten Fans kommen mit dem Auto. Die zentrale Achse ist die S36 Murtal-Schnellstraße mit den Abfahrten Knittelfeld West, Zeltweg Ost und Zeltweg West. Von Wien reisen Sie über die S6 an, von Graz und Linz über die A9 Pyhrn Autobahn. Von der S36 nehmen Sie die Ausfahrt Zeltweg Ost/Spielberg, biegen zweimal links auf die L503 ab und erreichen nach rund zwei Kilometern rechts den Red Bull Ring.
Rund um die Strecke gibt es zahlreiche kostenlose Parkplätze – die sind allerdings schnell belegt. Der wichtigste Tipp der Veranstalter: An Formel-1- und MotoGP-Wochenenden vor 7 Uhr morgens anreisen, sonst stehen Sie im Stau der Zehntausenden, die alle gleichzeitig kommen. Wer früh da ist, parkt entspannt, sichert sich an den Stehplätzen die besten Hänge und hat Zeit für das Rahmenprogramm.
Bahn, Shuttle und Flugzeug
Die staufreie Alternative ist die Bahn. Die ÖBB führt zum Rennwochenende Sonderzüge aus Wien, Graz und Linz zum Bahnhof Knittelfeld, von wo Shuttlebusse von Freitag bis Sonntag direkt zum Red Bull Ring pendeln. Von Graz dauert die Verbindung mit Zug und Shuttle rund zweidreiviertel Stunden – dafür ohne Parkplatzsuche und Stau. Zusätzlich bietet der Anbieter Eventbus spezielle Shuttle-Busse mit über 200 Zustiegsmöglichkeiten aus ganz Österreich.
Gerade weil die Parkplätze begrenzt und die Straßen am Sonntagmorgen verstopft sind, ist die Kombination aus Bahn und Shuttle für viele die entspannteste Variante: kein Stau, keine Parkplatzsuche, und nach dem Rennen bringt der Shuttle die Massen geordnet zurück zum Bahnhof. Wer aus Graz oder Wien anreist, sollte die Sonderzug-Angebote der ÖBB rund um das Rennwochenende rechtzeitig im Auge behalten – sie sind oft schnell ausgebucht.
Wer von weiter weg kommt, fliegt. Die Entfernungen zu den nächsten Flughäfen:
- Graz (GRZ): rund 57 Kilometer, etwa eine Stunde Fahrt – der nächstgelegene Flughafen.
- Klagenfurt: rund 117 Kilometer, etwa eineinhalb Stunden.
- Wien: rund 200 Kilometer, etwa zwei Stunden.
- Salzburg: rund 235 Kilometer, etwa zweieinhalb Stunden.
Direkt nebenan liegt zudem der Flugplatz Hinterstoisser in Zeltweg, rund einen Kilometer entfernt – relevant vor allem für Privat- und Helikopteranreisen, wie sie am Red Bull Ring nicht selten sind.
Camping am Red Bull Ring
Für viele Fans ist Camping nicht Notlösung, sondern Teil des Erlebnisses. Rund um den Ring gibt es über 15 Campingplätze, übersichtlich nach Farben benannt – blau, rot, gelb, grün, pink, violett, orange, weiß, beige und türkis. Die Plätze Grün und Gelb liegen bei der Abfahrt Knittelfeld West; das Camping Gelb grenzt mit nur 100 Metern Abstand praktisch direkt an die Strecke, sodass Sie den Motorenlärm quasi im Zelt spüren.
Alle Plätze sind nur wenige Gehminuten von der Rennstrecke entfernt. Inkludiert sind in der Regel kostenlose Duschen und WCs rund um die Uhr, ein 24/7-Erste-Hilfe-Dienst, Security vor Ort und ein Parkplatz pro Stellplatz. Die Preise beginnen bei etwa 30 Euro pro Person und Nacht für die einfache Ausstattung und liegen für Plätze mit mehr Service bei rund 40 Euro aufwärts (Stand 2026). Auch hier gilt: Die begehrten Plätze nahe der Strecke sind schnell weg, frühzeitige Buchung ist Pflicht.
Camping ist am Red Bull Ring eine eigene Subkultur. Schon Tage vor dem ersten Training füllen sich die Plätze, abends wird gegrillt, gefeiert und über die WM-Chancen der Favoriten diskutiert. Wer die volle Dröhnung will, ist hier richtig – wer Ruhe sucht, eher nicht. Familien wählen oft die etwas ruhigeren Plätze weiter weg von der Strecke, hartgesottene Fans das laute Camping direkt am Zaun, wo der Boden bei jeder Vorbeifahrt vibriert.
Hotels und Unterkünfte im Murtal
Wer es komfortabler mag, sucht ein Hotel oder eine Pension. Direkt in Spielberg liegen mehrere Häuser, darunter der Schönberghof unmittelbar beim Red Bull Ring, dazu Adressen wie das Art Hotel Spielberg, das flexymotel oder die RINGRAST. Die Erlebnisregion Murtal bündelt insgesamt rund 350 Unterkünfte – neben Spielberg auch in den Nachbarorten Zeltweg, Knittelfeld, Judenburg und Fohnsdorf im Aichfeld.
Der entscheidende Punkt: Am Rennwochenende übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Hotels in unmittelbarer Nähe sind oft schon ein Jahr im Voraus ausgebucht, und die Preise ziehen für diese Tage spürbar an. Zwei Strategien helfen: früh buchen, sobald der Termin feststeht – oder weiter weg übernachten und pendeln. Graz, Leoben oder das obere Murtal bieten mehr Kapazität, von dort ist man in 45 bis 75 Minuten am Ring. Privatzimmer und Ferienwohnungen über die Tourismusplattform der Region oder die gängigen Buchungsportale sind eine gute Ergänzung, wenn die Hotels voll sind.
Fan Zone, Konzerte und Pit Lane Walk
Ein Wochenende am Red Bull Ring ist mehr als 71 Runden am Sonntag. Die F1 Fan Zone hinter der ersten Kurve (Niki-Lauda-Kurve) verwandelt das Areal in ein Festivalgelände: Auf der Bühne treten 2026 unter anderem die österreichische Band Folkshilfe sowie VIZE, Toby Romeo, RIAN und Knallblech auf – ein Mix aus internationalen DJs und heimischen Acts über alle drei Tage. Wer es traditioneller mag, findet im Steiermark Village gegenüber dem Red Bull Wing Volksmusik, regionale Schmankerl und steirische Gastlichkeit. Beide Bereiche sind mit jedem Formel-1-Ticket automatisch zugänglich und von Donnerstag bis Sonntag (25. bis 28. Juni 2026) jeweils von 12 bis 20 Uhr geöffnet.
Ein besonderes Erlebnis ist der Pit Lane Walk am Donnerstag, dem Vortag der ersten Trainings: Dann dürfen Fans direkt durch die Boxengasse gehen, dorthin, wo sonst nur Teams und Fahrer Zutritt haben. Dafür braucht es neben dem Wochenendticket ein eigenes Pit-Lane-Walk-Ticket – und eine geladene Kamera. Dazu kommen über das Wochenende Fahrerautogrammstunden, Showruns historischer Red-Bull-Boliden und die berühmte Stimmung der Fancamps, die schon Tage vorher anreisen.
Motorsport-Sommer: nicht nur die Formel 1
Die Formel 1 ist das Aushängeschild, aber nicht der einzige Großevent am Ring. Im selben Sommer richtet Spielberg auch den Motorrad-Grand-Prix von Österreich (MotoGP) aus – 2026 von 18. bis 20. September. Auch dieses Wochenende zieht Zehntausende ins Murtal und gilt als eine der stimmungsvollsten MotoGP-Stationen überhaupt. Für die Region bedeutet die Kombination aus Formel 1 im Juni und MotoGP im September zwei Hochsaison-Wochenenden, die Hotels, Gastronomie und Handel gleich zweimal im Jahr an die Kapazitätsgrenze bringen. Wer flexibel ist, findet beim MotoGP-Wochenende oft etwas leichter Tickets und Unterkünfte als bei der meist ausverkauften Formel 1.
Der Wirtschaftsfaktor Grand Prix
Hinter dem sportlichen Spektakel steht ein handfester Wirtschaftsmotor – und genau das macht den Grand Prix für die Steiermark so wertvoll. Laut einer im Auftrag des Landes Steiermark erstellten Studie (durchgeführt von den Wiener Instituten ICEI und economixs) bringt allein das Formel-1-Wochenende der Steiermark eine jährliche Wertschöpfung von rund 56 Millionen Euro.
Über die Jahre summiert sich das zu beachtlichen Größen. Seit der Rückkehr der Formel 1 2014 beläuft sich die Wertschöpfung auf 479,5 Millionen Euro für die Steiermark und 686,5 Millionen Euro für ganz Österreich. Rechnet man Besucherausgaben und Investitionen am Ring und in der Region zusammen, wurden in zehn Jahren in Österreich Umsätze von über einer Milliarde Euro generiert, davon rund 670 Millionen Euro in der Steiermark. Dem Staat brachte das zusätzliche Steuereinnahmen von über 183 Millionen Euro.
Ein Teil dieser Wirkung entsteht durch die laufenden Investitionen am Standort selbst. Unter dem Dach von Projekt Spielberg wurde rund um den Ring eine ganzjährig genutzte Erlebnis- und Eventwelt mit Hotel, Fahrsicherheitszentrum und Veranstaltungsflächen aufgebaut. So bleibt die Anlage nicht nur an den zwei großen Rennwochenenden ein Wirtschaftsfaktor, sondern zieht das ganze Jahr über Firmenevents, Trackdays und Touristen ins obersteirische Aichfeld – eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte für eine Region, die wirtschaftlich lange vom Niedergang der Schwerindustrie geprägt war.
Spürbar wird das vor allem im Tourismus. In jenem Juni-Zeitraum, in dem die Motorsport-Elite zu Gast ist, verzeichnet die Region Murtal ein Plus von 42 Prozent bei Ankünften und Nächtigungen gegenüber dem Vergleichszeitraum. Neben rund 200 direkt am Ring Beschäftigten sichert das Geschäft rund um den Motorsport rund 1.579 weitere Arbeitsplätze in Tourismus, Handel und Gewerbe. Gemeinsam mit der MotoGP, die ebenfalls in Spielberg gastiert, ist der Motorsport-Sommer damit zum touristischen und wirtschaftlichen Turbo einer Region geworden, die abseits dieser Wochenenden nicht im Rampenlicht steht. Wer mehr über die wirtschaftliche Dynamik des steirischen Zentralraums wissen will, findet weitere Einordnung in unserem Beitrag zur steirischen Wirtschaft.
Praktische Tipps für den Renntag
Ein paar Dinge entscheiden darüber, ob das Wochenende entspannt oder mühsam wird:
- Auf jedes Wetter vorbereitet sein: Spielberg liegt auf rund 700 Metern in den Bergen. Ende Juni kann es hochsommerlich heiß sein, ebenso gut aber kühl und regnerisch – oft am selben Tag. Sonnencreme und Kopfbedeckung gehören ebenso ins Gepäck wie eine Regenjacke und etwas Warmes für den Abend.
- Gehörschutz mitnehmen: Formel-1-Autos sind laut. Für Kinder ist Gehörschutz Pflicht, für Erwachsene dringend zu empfehlen.
- Früh anreisen: vor 7 Uhr am Ring sein erspart Stau und Parkplatzstress – und sichert die besten Stehplätze.
- Bezahlung: Karte und etwas Bargeld bereithalten, an Spitzentagen sind die Wege zu Bankomaten lang.
- Feste Schuhe: Die Stehplatzhänge sind weitläufig, uneben und bei Regen rutschig. Bequemes, festes Schuhwerk macht den Tag angenehmer.
- Mit Kindern: Für Familien lohnt der Blick auf ermäßigte Kindertickets im offiziellen Shop. Gehörschutz für die Kleinen ist Pflicht, und auf dem hügeligen Gelände ist eine Kindertrage oft praktischer als ein Kinderwagen.
- Zeit für das Drumherum einplanen: Fan Zone, Steiermark Village und die Fanwalks sind Teil des Erlebnisses – nicht nur das Rennen selbst.
Und wer das Wochenende mit einem Kurzurlaub verbindet: Das Murtal bietet rund um den Renntermin Bademöglichkeiten, Wander- und Radrouten und die typische obersteirische Landschaft. Eine Übersicht steirischer Bademöglichkeiten finden Sie in unserem Beitrag zu den Freibädern in der Steiermark.
Häufige Fragen zur Formel 1 in Spielberg
Wann ist die Formel 1 2026 in Spielberg?
Der Große Preis von Österreich findet von 26. bis 28. Juni 2026 am Red Bull Ring statt. Das Rennen läuft am Sonntag, dem 28. Juni.
Was kostet ein Ticket für die Formel 1 in Spielberg?
Ein Stehplatz für das Wochenende kostet 2026 ab 160 Euro (145 Euro nur Sonntag). Tribünenplätze reichen je nach Lage von rund 275 bis 680 Euro fürs Wochenende. Kinder bis 15 Jahre sind auf Stehplätzen gratis und zahlen auf Tribünen 34 Euro. VIP und Paddock Club liegen darüber. Die Preise steigen, je weniger Kontingent verfügbar ist – früh buchen lohnt sich.
Wie komme ich zum Red Bull Ring?
Mit dem Auto über die S36 (Abfahrten Knittelfeld West, Zeltweg Ost/West), mit ÖBB-Sonderzügen nach Knittelfeld plus Shuttlebus oder mit dem Flugzeug über Graz (rund eine Stunde Fahrt). An Renntagen vor 7 Uhr anreisen.
Gibt es Camping am Red Bull Ring?
Ja, über 15 farblich benannte Campingplätze rund um die Strecke, teils nur 100 Meter entfernt. Die Preise beginnen bei rund 30 Euro pro Person und Nacht.
Wo übernachtet man am besten?
In Spielberg und den Aichfeld-Orten Zeltweg, Knittelfeld, Judenburg und Fohnsdorf – oder, wenn dort alles voll ist, weiter weg in Graz oder Leoben mit Pendeln. Früh buchen ist entscheidend.
Was bringt der Grand Prix der Steiermark wirtschaftlich?
Laut einer Studie im Auftrag des Landes Steiermark rund 56 Millionen Euro Wertschöpfung pro Jahr, dazu ein Nächtigungsplus von 42 Prozent im Murtal und rund 1.579 gesicherte Arbeitsplätze in der Region.
Camping oder Hotel – was ist besser?
Camping ist günstiger, näher an der Strecke und stimmungsvoller, dafür lauter und einfacher. Ein Hotel bietet Komfort und Ruhe, ist aber teurer und am Rennwochenende knapp. Wer die Atmosphäre sucht, campt; wer abends ein ruhiges Bett und eine Dusche will, bucht früh ein Hotel.
Quellen
- Red Bull Ring: Formel-1-Programm 2026
- Red Bull Ring: Offizielle Preisliste Formel 1 2026
- F1 Austria: Offizieller Ticketshop
- Red Bull Ring: Anreise und Parken mit dem Auto
- Red Bull Ring: Camping-Guide zur Formel 1
- Land Steiermark: Motorsport-Sommer als wirtschaftlicher Turbo
- Erlebnisregion Murtal: Unterkünfte suchen und buchen