Die Geräte-Retter-Prämie ersetzt seit 12. Jänner 2026 den beliebten Reparaturbonus. Privatpersonen mit Wohnsitz in Österreich erhalten 50 % der Reparaturkosten bis maximal 130 Euro pro Gerät. Für Kostenvoranschläge gibt es bis zu 30 Euro. Die Förderung gilt für Elektro- und Elektronikgeräte im Haushalt – von der Waschmaschine über den Staubsauger bis zum Laptop. Nicht mehr gefördert werden Smartphones, E-Bikes und Fahrräder. Für steirische Reparaturbetriebe und Konsumenten bringt die Prämie Chancen und Einschränkungen.
Was die Geräte-Retter-Prämie fördert
Gefördert wird die Reparatur, das Service und die Wartung von Elektro- und Elektronikgeräten, die üblicherweise in privaten Haushalten verwendet werden. Dazu gehören Großgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Geschirrspüler und Trockner. Bei Kleingeräten sind Kaffeemaschinen, Staubsauger, Bügeleisen, Wasserkocher und Mixer förderfähig. Auch Computer, Laptops, Bildschirme, Drucker, Hi-Fi-Geräte und Fernsehgeräte fallen unter die Prämie.
Zusätzlich werden Nähmaschinen, Elektrowerkzeuge (wie Akkuschrauber oder Bohrmaschinen) und Lampen gefördert. Die vollständige Liste der förderfähigen Geräte findet sich auf geräte-retter-prämie.at.
Nicht mehr förderfähig sind seit 2026: Smartphones und Handys, Tablets, E-Bikes und Fahrräder, Luxus- und Wellnessgeräte (Massagesessel, Fußsprudelbäder), Karaokeanlagen und Geräte mit fossilen Brennstoffen (Rasenmäher mit Benzinmotor). Die Einschränkung bei Smartphones ist für viele Steirer eine Enttäuschung – Handy-Reparaturen waren beim alten Reparaturbonus besonders beliebt.
| Kriterium | Reparaturbonus (alt) | Geräte-Retter-Prämie (neu) |
|---|---|---|
| Maximale Förderung | 200 Euro | 130 Euro |
| Förderquote | 50 % | 50 % |
| Smartphones/Handys | Ja | Nein |
| E-Bikes/Fahrräder | Ja | Nein |
| Kostenvoranschlag | 30 Euro | 30 Euro |
| Bon-Gültigkeit | 4 Wochen | 3 Wochen |
| Budget pro Jahr | k.A. | 30 Mio. Euro (2026-2028) |
So funktioniert die Beantragung
Die Beantragung läuft in drei Schritten. Zuerst registrieren sich Konsumenten auf geräte-retter-prämie.at und beantragen einen Bon. Dafür braucht man Name, Geburtsdatum, Wohnadresse und IBAN. Der Bon wird per E-Mail zugesandt oder steht als Download bereit. Er ist drei Wochen gültig.
Im zweiten Schritt bringt man das defekte Gerät zu einem registrierten Partnerbetrieb. Eine Suche nach Partnerbetrieben in der Steiermark ist auf der Website möglich – nach Ort, Umkreis und Gerätekategorie filterbar. Der Bon wird bei der Rechnungsbegleichung vorgelegt.
Im dritten Schritt stellt der Partnerbetrieb den Refundierungsantrag. Die Auszahlung erfolgt direkt an den Konsumenten auf das angegebene Konto. Die Anzahl der Bons pro Person ist nicht begrenzt – man kann für jedes Gerät einen eigenen Bon beantragen, allerdings immer erst nach Einlösung des vorherigen.
Steirische Reparaturbetriebe profitieren
Für Reparaturbetriebe in der Steiermark ist die Geräte-Retter-Prämie eine Chance. Seit 10. Dezember 2025 können sich Betriebe als Partnerbetriebe registrieren. Teilnahmeberechtigt sind Reparaturbetriebe, sozialökonomische Betriebe, Industrie- und Handelsbetriebe mit entsprechender Gewerbeberechtigung.
In der Steiermark gibt es ein dichtes Netz an Reparaturwerkstätten – vom Elektrofachbetrieb in Graz über den Hausgerätedienst in der Obersteiermark bis zum IT-Service in Weiz. Die Partnerbetriebe werden auf der offiziellen Website gelistet und erhalten die Wort-Bild-Marke der Förderaktion. Das bringt Sichtbarkeit und Kundenzulauf.
Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Steiermark an Bedeutung. Reparieren statt Wegwerfen reduziert Elektroschrott und schont Ressourcen. Laut Bundesministerium bindet jede Reparatur wertvolle Materialien und verlängert die Nutzungsdauer von Geräten um Jahre. Für die steirische Wirtschaft in Graz stärkt die Prämie das lokale Handwerk gegenüber dem Wegwerf-Konsum.
Kritik: Smartphone-Ausschluss und niedrigere Förderung
Die Geräte-Retter-Prämie hat auch Schwächen. Der Ausschluss von Smartphones und Tablets ist umstritten – gerade diese Geräte werden am häufigsten repariert (Displaybruch, Akkutausch). Umweltminister Norbert Totschnig begründet die Einschränkung mit einer Fokussierung auf Geräte, die im Haushalt am häufigsten benötigt werden und viel Material binden.
Außerdem sinkt die maximale Förderung von 200 auf 130 Euro. Bei einer teuren Waschmaschinenreparatur (300 bis 400 Euro) deckt die Prämie nur noch einen kleinen Teil. Die Bon-Gültigkeit wurde von vier auf drei Wochen verkürzt. Und das Jahresbudget von 30 Millionen Euro könnte bei hoher Nachfrage schnell ausgeschöpft sein – beim alten Reparaturbonus kam es zeitweise zu Förderstopps.
Tipps für steirische Konsumenten
Wer die Geräte-Retter-Prämie optimal nutzen will, sollte einige Punkte beachten. Erstens: Den Bon erst beantragen, wenn der Reparaturtermin bereits vereinbart ist – die Drei-Wochen-Frist läuft sonst ab. Zweitens: Vorab prüfen, ob das Gerät auf der Förderliste steht. Drittens: Keinen Garantie- oder Gewährleistungsanspruch bestehen – denn die Prämie gilt nur, wenn kein Dritter zur Kostenübernahme verpflichtet ist.
Die Geräte-Retter-Prämie läuft von 2026 bis 2028. Für steirische Haushalte, die ältere Elektrogeräte besitzen und reparieren lassen wollen, ist die Förderung ein attraktiver Anreiz. Ob Waschmaschine, Kaffeemaschine oder Laptop – jede Reparatur schont die Geldbörse und die Umwelt.
Vergleich mit dem alten Reparaturbonus
Der alte Reparaturbonus war eine der beliebtesten Förderungen in Österreich. Zwischen 2022 und Mai 2025 wurden Millionen Bons eingelöst. Die Nachfrage war so groß, dass das Budget zeitweise ausgeschöpft war und ein Förderstopp nötig wurde. Die neue Geräte-Retter-Prämie setzt deshalb auf ein jährliches Budget von 30 Millionen Euro für den Zeitraum 2026 bis 2028.
Die Absenkung von 200 auf 130 Euro Maximum und der Ausschluss von Smartphones spiegeln eine strategische Neuausrichtung wider. Umweltminister Totschnig betont die Fokussierung auf Geräte, die viel Material binden und im Haushalt lange genutzt werden. Ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine wiegt ein Vielfaches eines Smartphones und enthält wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und seltene Erden.
Für die Kreislaufwirtschaft ist das ein klares Signal: Reparieren statt Wegwerfen bleibt politisch gewollt und finanziell unterstützt. In der Steiermark, wo der Green Tech Cluster und zahlreiche Umwelttechnik-Unternehmen ansässig sind, passt diese Strategie zum regionalen Profil. Reparaturbetriebe stärken die lokale Wertschöpfung und schaffen Arbeitsplätze, die nicht ins Ausland verlagert werden können.
Steirische Repair-Cafés, die ehrenamtlich Reparaturhilfe anbieten, ergänzen das professionelle Angebot. In Graz, Leoben und Weiz finden regelmäßig Reparaturveranstaltungen statt, bei denen Bürger unter Anleitung ihre Geräte selbst reparieren können. Die Geräte-Retter-Prämie und die Repair-Café-Bewegung verfolgen dasselbe Ziel: Elektroschrott reduzieren und die Nutzungsdauer von Geräten verlängern.
Wie steirische Konsumenten am meisten sparen
Der größte Spareffekt ergibt sich bei Großgeräten. Eine Waschmaschinenreparatur kostet oft zwischen 150 und 300 Euro. Mit der Geräte-Retter-Prämie zahlt man effektiv nur die Hälfte – statt 260 Euro also 130 Euro. Ein neues Gerät der gleichen Klasse kostet 500 bis 800 Euro. Die Rechnung ist eindeutig: Reparieren spart 370 bis 670 Euro gegenüber dem Neukauf.
Auch bei Küchengeräten lohnt sich die Prämie. Eine Kaffeevollautomat-Reparatur (Brühgruppe, Mahlwerk) kostet typischerweise 100 bis 200 Euro. Mit Prämie zahlt der Kunde 50 bis 100 Euro. Ein neuer Kaffeevollautomat beginnt bei 400 Euro. Ähnlich bei Staubsaugern, Mikrowellen und Backöfen.
Steirische Haushalte, die mehrere defekte Geräte haben, können die Prämie mehrfach nutzen. Nach Einlösung eines Bons kann sofort ein neuer beantragt werden. Wer strategisch vorgeht, repariert erst das teuerste Gerät, dann das nächste. So maximiert man die Förderung über das Jahr. Die Prämie ist mit keiner anderen öffentlichen Förderung kombinierbar – eine eingereichte Rechnung darf nicht doppelt gefördert werden.
Für steirische Familien mit knappem Budget ist die Geräte-Retter-Prämie ein sinnvolles Instrument. Sie macht Reparaturen leistbar, die sonst am Preis scheitern würden. Gleichzeitig stärkt sie lokale Handwerksbetriebe, die von der Wegwerfmentalität und dem Online-Handel unter Druck stehen. Eine klassische Win-win-Situation für Konsumenten, Betriebe und Umwelt.
Die Geräte-Retter-Prämie ist ein Baustein der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Gemeinsam mit dem Reparaturnetzwerk, den Repair-Cafés und der wachsenden Bewusstseinsbildung für nachhaltigen Konsum entsteht ein Ökosystem, das Reparieren attraktiver macht als Wegwerfen. In der Steiermark mit ihrer starken Handwerkstradition und dem Green Tech Valley als Innovationscluster passt diese Strategie zum regionalen Profil. Steirische Betriebe, die sich als Partnerbetriebe registrieren, profitieren von der Sichtbarkeit auf der offiziellen Website und dem staatlich geförderten Kundenzulauf. Für Konsumenten gilt: Jede reparierte Waschmaschine, jeder instand gesetzte Laptop und jede geflickte Kaffeemaschine spart Geld, schont Ressourcen und stärkt das lokale Handwerk.