Rund 4.000 Menschen wagen jährlich in der Steiermark den Schritt in die Selbstständigkeit – die SFG unterstützt innovative Gründerinnen und Gründer mit zwei aufeinander abgestimmten Förderprogrammen: Start!Klar für die ersten Schritte mit bis zu 37.500 Euro und Start!Klar plus für die Vorbereitung auf die erste Finanzierungsrunde mit bis zu 100.000 Euro.
Das steirische Gründungsökosystem 2026
Die Steiermark zählt zu den innovativsten Regionen Europas. Mit einer Forschungsquote von über 5 Prozent liegt das Bundesland unter den Top-4-Regionen des Kontinents. Diese Innovationskraft spiegelt sich auch in der Gründerszene wider: Aus den Universitäten und Fachhochschulen entstehen regelmäßig Spin-offs mit internationalem Potenzial.
Erfolgreiche steirische Startups wie Trever, Easelink oder App Radar zeigen das Potenzial des Standorts. Die TU Graz, die Uni Graz und die FH Joanneum bieten eigene Programme zur Unterstützung von Ausgründungen.
Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG setzt mit den Programmen Start!Klar und Start!Klar plus genau an den kritischen Punkten der Gründungsphase an: bei der professionellen Beratung am Anfang und bei der Vorbereitung auf die erste Finanzierungsrunde.
Start!Klar: Die Basis-Gründungsförderung
Das Programm Start!Klar richtet sich an innovative Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen bis fünf Jahre nach der Gründung. Die Förderung bietet bis zu 37.500 Euro pro Antrag für Beratung, Investitionen und Digitalisierungsmaßnahmen.
Voraussetzungen für Start!Klar
Um die Förderung zu erhalten, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein:
- Innovationsgrad: Die Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren müssen neu sein oder wesentliche Verbesserungen gegenüber dem Stand der Technik darstellen
- Gründerbeteiligung: Mindestens 25 Prozent Beteiligung am Unternehmen plus operative oder leitende Funktion
- Unternehmensalter: Gründung maximal fünf Jahre vor Antragseinreichung
- Standort: Betriebsstandort in der Steiermark
- Zielgruppe: Das Unternehmen muss der SFG-Zielgruppe angehören
Ausgeschlossen sind Großunternehmen, reine Handelsunternehmen und Personen mit unselbständiger Beschäftigung über der Geringfügigkeitsgrenze.
Förderfähige Leistungen
| Bereich | Beispiele |
|---|---|
| Beratung | Businessplan, Finanzplanung, Recht, IP-Schutz |
| Investitionen | Maschinen, Anlagen, Büroausstattung |
| Digitalisierung | Hardware, Software, digitale Infrastruktur |
| Innovation & Technologie | Technische Machbarkeit, F&E-Strategie |
| Fertigungs-/Marktüberleitung | Produktionsaufbau, Go-to-Market |
| Organisations-/Geschäftsmodellentwicklung | Skalierung, Teamaufbau, Prozesse |
Erforderliche Unterlagen
Für die Antragstellung sind folgende Dokumente erforderlich:
- Businessplan: Vollständige Darstellung des Geschäftsmodells
- Lebenslauf: Von allen Gründungsmitgliedern des Startups
- Versicherungsdatenauszug: Für die letzten fünf Jahre von allen Gründern
Der Anrechnungsstichtag ist der Tag der Antragseinreichung. Die Förderung wird nach Projektabschluss ausgezahlt. Projekte außerhalb von Graz und Graz-Umgebung erhalten einen zusätzlichen Regionalbonus von 5 Prozent.
Start!Klar plus: Vorbereitung auf die Finanzierungsrunde
Die erste Finanzierungsrunde ist ein Meilenstein für jedes Startup. Mit finanzkräftigen Investoren nehmen Geschäftsideen richtig Fahrt auf. Doch in Investorengesprächen und Pitches müssen Gründerinnen und Gründer absolut überzeugend präsentieren. Genau hier setzt Start!Klar plus an.
Die Förderung übernimmt bis zu 80 Prozent der Vorbereitungskosten – maximal 100.000 Euro. Damit ist Start!Klar plus eine der attraktivsten Startup-Förderungen in Österreich.
Was wird gefördert?
Start!Klar plus fördert Projekte im Vorfeld der ersten Finanzierungsrunde, die wirtschaftliche, rechtliche und technologische Voraussetzungen für die Skalierungsphase schaffen. Das Ziel: Das Unternehmen positioniert sich als attraktiver Investment-Case für Business Angels und Venture-Capital-Gesellschaften.
Förderfähig sind unter anderem:
- Digitalisierungsaufwendungen für Produkte und Prozesse
- Zertifizierungen für den Marktzugang
- Geschäftsanbahnungen und Vertriebspartnersuche
- Marktanalysen und Marktstudien
- Beratung und Coaching im gesamten Bereich
- Pitch-Vorbereitung und Investorenansprache
Voraussetzungen für Start!Klar plus
Die Anforderungen sind höher als bei Start!Klar:
- Innovation: Entwicklung innovativer Produkte, Dienstleistungen, Verfahren oder digitaler Infrastruktur
- Wachstumspotenzial: Nachweisbares überdurchschnittliches Wachstumspotenzial
- Tragfähiges Geschäftsmodell: Plausible Darstellung, wie Umsätze gesteigert und Mitarbeiter aufgebaut werden
- Kernkompetenzen: Das Team verfügt über alle notwendigen Schlüsselqualifikationen
- Unternehmensalter: Eintragung ins Firmenbuch höchstens fünf Jahre zurückliegend
Bewerbungsverfahren und Cut-off-Dates
Anders als bei Start!Klar erfolgt die Vergabe im Wettbewerbsverfahren. Zu den Cut-off-Dates – für 2026 sind das der 31. März und der 30. September – bewertet die SFG alle eingelangten Projekte und wählt die besten aus.
| Kriterium | Start!Klar | Start!Klar plus |
|---|---|---|
| Max. Förderung | 37.500 € | 100.000 € |
| Förderquote | bis 25% | 80% |
| Vergabeverfahren | Laufend | Wettbewerb (Cut-off) |
| Schwerpunkt | Beratung, Investition, Digital | Vorbereitung Finanzierungsrunde |
| Zielgruppe | Innovative KMU bis 5 Jahre | Startups vor 1. Investment |
Erfolgsfaktoren für die Antragstellung
Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl betont: Die Förderungen sind nahe am Bedürfnis der Startups ausgerichtet. Um die Chancen auf eine Zusage zu maximieren, sollten Gründerinnen und Gründer folgende Punkte beachten:
- Früh planen: Der Antrag muss vor Projektbeginn gestellt werden
- Beratung nutzen: Die kostenlose Erstberatung der SFG klärt offene Fragen
- Businessplan perfektionieren: Ein überzeugender Plan ist die Grundlage
- Team darstellen: Investoren investieren in Menschen, nicht nur in Ideen
- Marktpotenzial belegen: Zahlen und Fakten zum adressierbaren Markt
- Cut-off-Dates beachten: Bei Start!Klar plus rechtzeitig vor dem Stichtag einreichen
- Skalierbarkeit demonstrieren: Zeigen Sie, wie das Geschäftsmodell wachsen kann
- Wettbewerbsanalyse einbauen: Kenntnis des Marktes und der Mitbewerber ist essenziell
Besonders wichtig ist die realistische Finanzplanung. Überzogene Prognosen schaden der Glaubwürdigkeit, während zu konservative Zahlen das Wachstumspotenzial nicht adäquat darstellen. Die SFG-Berater helfen bei der Einschätzung realistischer Kennzahlen für verschiedene Branchen und Geschäftsmodelle.
Erfolgsgeschichten aus der Steiermark
Die steirische Startup-Szene hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolgsgeschichten geschrieben. Unternehmen wie Leftshift One im Bereich künstliche Intelligenz, Sunnybag mit Solar-Rucksäcken oder Roomle mit 3D-Raumplanung haben den Sprung von der Gründung zur internationalen Expansion geschafft.
Auch HerzensApp zeigt, wie steirische Startups im Gesundheitsbereich innovative Lösungen entwickeln. SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig sieht die Förderung als Katalysator: Die gezielte Unterstützung an der Schwelle zum ersten Auftritt vor Investoren oder dem Markteintritt mache den entscheidenden Unterschied.
Weitere Unterstützungsangebote
Neben den direkten Förderungen bietet das steirische Gründungsökosystem weitere Unterstützung:
- Startupmark: Die Startup-Initiative der SFG für Vernetzung und Events
- AWS Gründerfonds: Bundesweite Beteiligungen für Startups
- FFG Basisprogramm: F&E-Förderung mit Steiermark!Bonus
- WKO Steiermark: Gründerservice und Beratung
- Startup Mission: Netzwerkreisen für Startups ins Ausland
Die richtige Förderung zum richtigen Zeitpunkt
Ein häufiger Fehler von Gründerinnen und Gründern ist es, zu spät an Förderungen zu denken. Die SFG-Programme sind darauf ausgelegt, in verschiedenen Phasen der Unternehmensentwicklung zu unterstützen. Die richtige Strategie: Frühzeitig mit der SFG Kontakt aufnehmen und einen individuellen Förderfahrplan erstellen.
In der Ideenphase helfen kostenlose Beratungsangebote der WKO bei der Validierung des Geschäftsmodells. Mit der Gründung wird Start!Klar relevant – die Förderung unterstützt professionelle Beratung, Investitionen und Digitalisierung. Wenn das Startup Wachstumskapital benötigt, kommt Start!Klar plus ins Spiel.
Häufige Fragen zu Start!Klar und Start!Klar plus
Kann ich beide Förderungen beantragen?
Ja, die Programme ergänzen sich. Start!Klar unterstützt in der frühen Phase, Start!Klar plus bei der Vorbereitung auf Investorengespräche.
Wann muss ich den Antrag stellen?
Immer vor Projektbeginn. Es können nur Kosten gefördert werden, die nach dem Einlangen des Antrags anfallen.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Bei Start!Klar erfolgt die Bearbeitung laufend. Bei Start!Klar plus werden zu den Cut-off-Dates alle Anträge bewertet.
Welche Unternehmen fallen unter die SFG-Zielgruppe?
Industriell-gewerbliche Produktionsbetriebe, unternehmensbezogene Dienstleister und unter bestimmten Voraussetzungen Handelsbetriebe.
Netzwerke und Partner in der Steiermark
Die Stärke des steirischen Gründungsökosystems liegt in der engen Vernetzung aller Akteure. Die steirischen Cluster-Organisationen – vom Automotive Cluster ACstyria über den Green Tech Cluster bis zu Human.technology Styria – bieten Startups Zugang zu etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Die Universitäten und Fachhochschulen betreiben eigene Transferzentren, die Ausgründungen begleiten. Regelmäßige Events wie der Startup Spritzer, Demo Days und Pitch-Wettbewerbe bringen Gründerinnen und Gründer mit Investoren und Mentoren zusammen.
Antragstellung und Kontakt
Alle Förderanträge werden über das Online-Portal der SFG eingereicht. Die Expertinnen und Experten der SFG stehen für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung:
Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft SFG
Nikolaiplatz 2, 8020 Graz
Telefon: +43 316 7093 0
E-Mail: office@sfg.at
Portal: portal.sfg.at
Vorlagen für den Businessplan stellt die Initiative i2b (ideas to business) kostenlos zur Verfügung. Die SFG empfiehlt, vor der Antragstellung ein persönliches Beratungsgespräch zu führen.