Wer in Graz Sperrmüll loswerden will, sucht meist nach dem Sturzplatz – offiziell heißt die Anlage in der Sturzgasse 5 seit dem Neubau Ressourcenpark Graz. Geöffnet ist von Montag bis Samstag zwischen 8 und 18 Uhr. Mit dem persönlichen QR-Code kostet eine Einfahrt 7,00 Euro, ohne ihn können für dieselbe Menge bis zu 70,00 Euro anfallen.
Öffnungszeiten in der Sturzgasse
| Tag | Geöffnet |
|---|---|
| Montag bis Samstag | 8:00 bis 18:00 |
| Lange Samstage, 1. April bis 25. Oktober | 8:00 bis 20:00 |
| Sonn- und Feiertage | geschlossen |
Die langen Samstage sind der praktische Unterschied zu vielen anderen Recyclinghöfen: Von April bis Ende Oktober bleiben nach Feierabend zwei zusätzliche Stunden, um eine Anhängerladung Strauchschnitt wegzubringen. Das Kundenservice unter +43 316 887-7272 ist dagegen nur von Montag bis Donnerstag zwischen 7 und 15 Uhr und freitags bis 13 Uhr besetzt.
Die Anlage misst rund 20.000 Quadratmeter und nimmt über 80 Abfallarten an. Das alte Recyclingcenter kam auf 6.000 Quadratmeter, die Fläche hat sich mit dem Neubau also mehr als verdreifacht.
Der QR-Code entscheidet über den Preis
Der Ressourcenpark teilt sich in vier Zonen, und nur eine davon kostet überhaupt etwas. In der Reststoff-Zone zahlen Grazerinnen und Grazer ab dem 16. Lebensjahr mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in der Stadt 7,00 Euro pro Einfahrt bis 200 Kilogramm. Fünf solcher vergünstigten Einfahrten stehen pro Jahr zur Verfügung, im Folgejahr gibt es sie automatisch wieder.
Ab der sechsten Einfahrt, bei Mengen über 200 Kilogramm und für alle ohne Grazer Wohnsitz wird nach Gewicht abgerechnet:
| Abfallart | Preis pro kg | 200 kg kosten |
|---|---|---|
| Sperrmüll | 0,35 EUR | 70,00 EUR |
| Bauschutt sortenrein | 0,14 EUR | 28,00 EUR |
| Baum- und Strauchschnitt sortenrein | 0,14 EUR | 28,00 EUR |
Der Sprung ist beachtlich: Dieselben 200 Kilogramm Sperrmüll kosten mit QR-Code 7,00 Euro und ohne ihn 70,00 Euro, also das Zehnfache. Wer die fünf vergünstigten Einfahrten voll ausnutzt, entsorgt bis zu 1.000 Kilogramm im Jahr für insgesamt 35,00 Euro.
Als Sperrmüll gelten dabei auch Altholz, Teppiche, Matratzen, Reifen mit und ohne Felgen, Flachglas mit und ohne Rahmen, PVC-Abfälle, Asbestzement, künstliche Mineralfasern wie Steinwolle und XPS-Dämmplatten. Zum Bauschutt zählen Baurestmassen, Keramik und Gipskartonplatten, zum Grünschnitt auch Mähgut und Laub. Entscheidend ist bei beiden das Wort sortenrein – gemischt angeliefert rutscht die Fuhre in den Sperrmülltarif und wird damit zweieinhalbmal so teuer.
Den QR-Code bekommt man auf drei Wegen
- Graz Abfall-App: im Hauptmenü unter „Ressourcenpark Graz Einfahrt“ kostenlos registrieren, der Code landet am Smartphone und lässt sich ausdrucken.
- Website der Holding Graz: das Formular „Ressourcenpark Graz Einfahrt“ ausfüllen und den Code als PDF herunterladen.
- Servicecenter der Stadt: persönlich vor Ort.
Ohne Registrierung kommt man ebenfalls hinein, zahlt dann aber sofort den Kilotarif. Die Anmeldung dauert wenige Minuten und rentiert sich schon bei der ersten Fuhre.
Was gar nichts kostet
Drei der vier Zonen sind gratis, und das ist der Teil, der am häufigsten übersehen wird:
- Wertstoff-Zone: Papier, Karton, Metalle aller Art, Kunststoffe und Verpackungen.
- Problemstoff-Zone: Farben, Lacke, Batterien, Chemikalien und Elektroaltgeräte. Industriegeräte werden nicht angenommen. Hier gibt es auch den Fetty-Eimer für Altspeisefett und -öl gratis dazu.
- Re-Use-Zone: noch funktionsfähige Textilien, Möbel und Bücher. Unbrauchbares gehört nicht hierher, sondern muss selbst ordnungsgemäß entsorgt werden.
Die Re-Use-Zone ist der Grund, warum sich vor der Fahrt ein prüfender Blick auf das Gerät lohnt. Für Reparaturen statt Entsorgung gibt es in der Steiermark eigenes Geld – der Reparaturbonus greift bei vielen Elektrogeräten, bevor sie überhaupt zum Altgerät werden.
Säcke, Behälter und Abholung
In der Re-Use-Zone werden auch Sammelhilfen verkauft. Der Grünschnittsack mit 110 Litern kostet 4,70 Euro, eine Packung mit 50 Biomüllsackerln 6,10 Euro, der 60-Liter-Restmüllsack 12,20 Euro und der 7-Liter-Mülli für Bioabfall 14,20 Euro. Behälter für medizinische Abfälle kosten 25,00 Euro in der 5-Liter- und 42,00 Euro in der 10-Liter-Variante. Alte Medikamente selbst nimmt allerdings jede Grazer Apotheke kostenlos zurück, dafür braucht es keinen Behälter.
Wer nicht selbst fahren will oder kann, bestellt telefonisch eine Abholung von Holz-, Baum- und Strauchschnitt um 120,00 Euro. Ist bei der Anfahrt nichts zu holen, werden 69,00 Euro als Leerfahrt verrechnet.
Wann sich die Fahrt lohnt und wann nicht
Bei einer typischen Wohnungsauflösung mit alter Couch, Matratze und ein paar Regalen kommt schnell mehr als 200 Kilogramm zusammen. Dann ist eine zweite Einfahrt mit QR-Code um 7,00 Euro günstiger als eine einzige große Fuhre über der Gewichtsgrenze – zwei Fahrten kosten 14,00 Euro, 400 Kilogramm am Stück dagegen 140,00 Euro.
Bei Umbauten lohnt das Trennen doppelt: Bauschutt kostet mit 0,14 Euro pro Kilogramm nur 40 Prozent des Sperrmülltarifs. Wer eine thermische Sanierung plant, sollte das schon bei der Baustellenplanung mitdenken, weil alte Dämmplatten und Gipskarton in unterschiedliche Tarifgruppen fallen.
Häufige Fragen zum Sturzplatz Graz
Wo ist der Sturzplatz in Graz?
In der Sturzgasse 5 in 8020 Graz. Die Anlage heißt seit dem Neubau offiziell Ressourcenpark Graz.
Wann hat der Ressourcenpark Graz offen?
Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr. Von 1. April bis 25. Oktober ist samstags bis 20 Uhr geöffnet. An Sonn- und Feiertagen bleibt die Anlage geschlossen.
Was kostet die Einfahrt in den Ressourcenpark?
Mit persönlichem QR-Code 7,00 Euro pro Einfahrt bis 200 Kilogramm, fünfmal pro Jahr. Danach kostet Sperrmüll 0,35 Euro je Kilogramm, Bauschutt und Grünschnitt jeweils 0,14 Euro.
Wer bekommt den vergünstigten QR-Code?
Alle ab dem 16. Lebensjahr mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Graz. Die Registrierung läuft über die Graz Abfall-App, das Formular auf der Website der Holding Graz oder ein Servicecenter der Stadt.
Was kann man gratis abgeben?
Papier, Karton, Metalle, Kunststoffe und Verpackungen in der Wertstoff-Zone, Problemstoffe und Elektroaltgeräte in der Problemstoff-Zone sowie brauchbare Möbel, Textilien und Bücher in der Re-Use-Zone.
Kann ich als Nicht-Grazer dort entsorgen?
Ja, allerdings ohne die vergünstigte Einfahrt. Es gelten sofort die Kilotarife von 0,35 Euro für Sperrmüll und 0,14 Euro für sortenreinen Bauschutt oder Grünschnitt.
Werden auch Reifen und Matratzen angenommen?
Ja, beides fällt unter den Sperrmülltarif, Reifen mit und ohne Felgen ebenso wie Matratzen, Teppiche und Altholz.
Alle Preise laut Preisblatt der Holding Graz, gültig ab 1. Jänner 2026. Quellen: Ressourcenpark Graz, Preisblatt 2026 und Problemstoffsammlung der Holding Graz.