Mit 262 Spar-, Eurospar- und Interspar-Märkten ist Spar der größte Nahversorger in der Steiermark und im südlichen Burgenland. Rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 300 Lehrlinge, sorgen täglich für die Versorgung von mehr als 1,2 Millionen Steirern. 145 Standorte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt – ein Modell, das durch die Übernahme von 11 Unimarkt-Filialen Anfang 2026 nochmals deutlich gestärkt wurde. Die Spar-Zentrale befindet sich in der Hafnerstraße 20 in 8055 Graz-Puntigam.
Spar Steiermark: Marktführer mit drei Vertriebsformaten
Die Spar-Österreichische Warenhandels AG ist mit einem Marktanteil von rund 36,9 Prozent der österreichische Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel – vor der Rewe Group mit Billa, Billa Plus und Penny. In der Steiermark betreibt Spar drei unterschiedliche Vertriebsformate, die sich in Größe, Sortiment und Zielgruppe unterscheiden:
| Format | Verkaufsfläche | Sortiment | Typische Lage |
|---|---|---|---|
| Spar-Markt | 300 – 800 m² | ca. 8.000 Artikel | Nahversorger, Ortszentrum |
| Eurospar | 1.000 – 2.000 m² | 12.000 – 18.000 Artikel | Bezirkshauptorte, Stadtrand |
| Interspar | 2.500 – 5.000 m² | bis zu 50.000 Artikel | Einkaufszentren, Stadtrand |
| Spar express | unter 200 m² | Schnelldreher | Tankstellen, Bahnhöfe |
Die meisten Interspar-Hypermärkte in der Steiermark befinden sich in den großen Einkaufszentren wie der Shopping City Seiersberg, der Murpark und Citypark Graz oder im ECE Kapfenberg. Hier finden Kunden auch Non-Food-Sortimente, eine Gastronomie-Abteilung und in vielen Filialen einen Interspar Restaurant. Die Eurospar-Standorte sind das Rückgrat in den Bezirkshauptorten – in Weiz, Leibnitz, Köflach, Liezen oder Hartberg dienen sie als zentrale Versorger für die jeweilige Region.
Die 11 neuen Unimarkt-Standorte: Spar wächst in der Steiermark
Anfang 2026 hat sich das Spar-Filialnetz in der Steiermark deutlich erweitert. Nachdem Unimarkt im September 2025 seinen Rückzug aus dem Lebensmittelhandel angekündigt hatte, gab die Bundeswettbewerbsbehörde am 29. Jänner 2026 grünes Licht für die Übernahme von 11 steirischen Unimarkt-Standorten durch Spar. Die Übernahme wurde mit Mitte Februar 2026 abgeschlossen, die Umstellung der Märkte erfolgte bis Ende März.
Spar verpflichtete sich, dass acht der elf Standorte langfristig – zumindest zehn bis 20 Jahre – von selbstständigen Spar-Kaufleuten geführt werden. Diese sogenannte Kaufleute-Auflage sichert die Eigenständigkeit bei Preisen und Sortimentsauswahl und stärkt den Wettbewerb. Für zwei Standorte – Graz-Waltendorf und Sebersdorf – gilt zusätzlich ein Übernahmeverbot weiterer Lebensmittelmärkte im Umkreis von fünf Autofahrminuten für die Dauer von 20 Jahren.
| Standort | Bezirk | Auflage |
|---|---|---|
| Altaussee | Liezen | Kaufleute-Auflage |
| Bad Aussee | Liezen | Kaufleute-Auflage |
| Feldbach | Südoststeiermark | Kaufleute-Auflage |
| Graz-Waltendorf | Graz Stadt | Kaufleute + Übernahmeverbot |
| Grundlsee | Liezen | ohne Auflage |
| Ludersdorf-Wilfersdorf | Weiz | Kaufleute-Auflage |
| Mürzzuschlag | Bruck-Mürzzuschlag | ohne Auflage |
| Schladming | Liezen | ohne Auflage |
| Sebersdorf | Hartberg-Fürstenfeld | Kaufleute + Übernahmeverbot |
| Thal bei Graz | Graz-Umgebung | Kaufleute-Auflage |
| Weißkirchen | Murtal | Kaufleute-Auflage |
Spar in Graz: Vom Stadtzentrum bis zum Stadtrand
In der steirischen Landeshauptstadt Graz ist Spar mit allen drei Formaten flächendeckend vertreten. Die Stadt zählt rund 35 Spar- und Eurospar-Märkte, ergänzt durch zwei große Interspar-Hypermärkte. Wichtige Standorte sind unter anderem der Eurospar Reininghaus im neuen Stadtteil Reininghaus, der Interspar Citypark sowie zahlreiche kleinere Spar-Märkte in den Wohnvierteln von Andritz, Eggenberg, Geidorf, Liebenau und St. Peter.
Die Öffnungszeiten variieren je nach Standort und Format. Die meisten Spar-Märkte haben von Montag bis Freitag von 7:15 bis 19:30 Uhr und am Samstag bis 18:00 Uhr geöffnet. Eurospar- und Interspar-Standorte öffnen oft bereits um 7:00 Uhr und schließen um 20:00 Uhr. An Bahnhöfen und Tankstellen gibt es zusätzlich Spar express-Filialen mit erweiterten Öffnungszeiten, teilweise auch an Sonntagen.
Die Spar-Kaufleute: Rückgrat der Nahversorgung
Mit 145 Kaufleute-Standorten von insgesamt 262 Märkten in der Steiermark und im südlichen Burgenland setzt Spar wie kein anderer Konzern auf das selbstständige Unternehmertum. Die Kaufleute pachten oder besitzen ihre Märkte selbst, beziehen die Ware aber über das zentrale Spar-Großhandelssystem. Sie können Preise und Sortimente eigenständig anpassen und auf regionale Besonderheiten reagieren.
Diese Struktur unterscheidet Spar deutlich von Discountern wie Hofer oder Lidl, die rein filialisiert geführt werden. Für die Kunden bedeutet das: Im Spar-Markt Birkfeld findet sich anderes Sortiment als im Spar-Markt Bad Radkersburg – lokale Wurst, regionale Bio-Eier, Kürbiskernöl vom benachbarten Bauern. Die Goldene Tanne, Spars wichtigster interner Filialwettbewerb, ging zuletzt mehrfach an steirische Kaufleute, etwa an den Eurospar Weiz unter Marktleiterin Cornelia Krenn.
Steirische Lieferanten: Über 100 regionale Partner
Spar Steiermark setzt stark auf regionale Lieferanten. Über 100 steirische Produzenten beliefern die Märkte direkt – von den Mariazeller Lebzelter über die Hartberger Lebensmittelindustrie bis zu den Vulkanland-Wirten. Das Programm „Aus der Region für die Region“ listet steirisches Kürbiskernöl, Käferbohnen aus dem Vulkanland, Schilcherwein aus der Weststeiermark und Apfelsaft aus dem Pöllauer Tal direkt im Sortiment.
Besonders erfolgreich ist die Kooperation mit den „jungen WILDEN Gemüsebauern“: Seit 2019 liefert die Gruppe junger Landwirte mehr als 50.000 Kilogramm steirischen Spargel pro Saison an Spar. Das Hanfprotein-Startup A-WARE aus Hartberg und das Air-Chips-Startup Crafties aus Gratkorn haben über Spars „Young & Urban“-Programm den Sprung in die österreichweite Listung geschafft.
Spar-Logistik: Zentrallager Graz-Puntigam
Die Spar-Regionalzentrale Graz in der Hafnerstraße 20 in Puntigam beliefert sämtliche steirischen Filialen sowie zahlreiche Märkte in Kärnten und im Burgenland. Von hier aus werden täglich rund 350 LKW-Touren disponiert. Das Zentrallager umfasst Trockensortiment, Frischwaren, Tiefkühlprodukte und das Tann-Fleischwerk, in dem Wurst- und Frischfleischprodukte für die gesamte Spar-Gruppe produziert werden.
Der Brutto-Verkaufsumsatz von Spar belief sich 2025 in Österreich auf 10,82 Milliarden Euro – ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber 2024. Damit baute Spar die Marktführerschaft im Lebensmittelhandel weiter aus. International erwirtschaftet die Spar-Österreich-Gruppe mit Aspiag in Norditalien, Slowenien, Ungarn und Kroatien zusätzlich 8,51 Milliarden Euro Umsatz an 1.508 Standorten.
Spar als Arbeitgeber: 7.000 Jobs in der Steiermark
Spar Steiermark ist mit rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten privaten Arbeitgeber der Region. Etwa 300 Lehrlinge starten jährlich ihre Ausbildung in über 20 verschiedenen Lehrberufen – vom klassischen Einzelhandelskaufmann über Bürokaufleute bis zu Fleischern, Bäckern und IT-Lehrlingen in der Spar ICS. Damit zählt Spar zu den größten Lehrlingsausbildnern der Steiermark, gemeinsam mit anderen Schwergewichten der steirischen Wirtschaft.
Die Mitarbeiterstruktur ist überwiegend weiblich. Über 70 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote liegt bei rund 60 Prozent. Spar setzt verstärkt auf flexible Arbeitsmodelle, Wiedereinstiegsprogramme nach der Karenz und barrierefreie Filialen. Mit dem Programm „Mein Spar – Mein Job“ werden Quereinsteiger und Wiedereinsteigerinnen aktiv angesprochen.
Was kommt als Nächstes? Spar 2026 und 2027
Die Modernisierungsoffensive von Spar setzt sich auch 2026 fort. Bis Ende 2025 wurden bereits ein Drittel aller österreichischen Märkte mit elektronischen Regaletiketten ausgestattet, die dynamische Preisanpassungen ermöglichen. In der Steiermark sind in den kommenden Jahren mehrere Eurospar-Neubauten geplant, unter anderem in der Region Graz-Umgebung und in der Obersteiermark. Auch die Wachstumsregion Graz-Umgebung profitiert von zusätzlichen Investitionen.
Bei der E-Mobilität ist Spar Vorreiter: Gemeinsam mit der Energie Steiermark werden bis 2028 an 88 steirischen Spar-Standorten über 350 öffentliche Ladepunkte errichtet. Die Investition liegt bei 8,8 Millionen Euro. Damit kombiniert Spar den täglichen Einkauf mit dem Laden des Elektroautos – ein Modell, das auch Hofer mit dem Energie-Steiermark-Konsortium an 95 steirischen Standorten umsetzt. Wer die aktuellen Strompreise in der Steiermark beobachtet, profitiert von der dichten Ladeinfrastruktur.
Spar Online Shop und Lieferdienst Steiermark
Seit 2021 betreibt Spar einen eigenen Online-Shop, über den Kunden in Graz und Umgebung Lebensmittel direkt nach Hause bestellen können. Der Lieferradius umfasst rund 30 Kilometer um die Landeshauptstadt und schließt damit auch Bezirke wie Graz-Umgebung, Teile von Leibnitz und Voitsberg ein. Geliefert wird Montag bis Samstag in fixen Zeitfenstern. Das Sortiment im Online-Shop entspricht etwa 80 Prozent eines Eurospar-Marktes – rund 12.000 Artikel inklusive Frischfleisch, Obst, Gemüse, Tiefkühlware und Drogerieartikeln.
Ergänzt wird das digitale Angebot durch die Spar-App mit über zwei Millionen aktiven Nutzern in Österreich. Die App bietet personalisierte Coupons, einen digitalen Einkaufszettel sowie das Sammeln von Friends-Punkten, die in eine eigene Bonuswelt eingelöst werden können. Speziell in der Steiermark werden über die App regelmäßig regionale Aktionen und Wochenmarkt-Events beworben.
Konkurrenzsituation: Spar gegen Hofer, Billa, Lidl und Penny
Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel ist hochkonzentriert. Die drei größten Konzerne – Spar, Rewe (Billa, Billa Plus, Penny) und Hofer – decken gemeinsam über 85 Prozent des Marktes ab. In der Steiermark gilt diese Konzentration in besonderem Maße: Während Spar mit 262 Standorten klar führt, folgen Hofer mit rund 90, Billa mit etwa 100 sowie Lidl und Penny mit jeweils 25 bis 30 Filialen. Die Übernahme der Unimarkt-Standorte durch Spar und Rewe Anfang 2026 hat die Marktkonzentration weiter erhöht. Verbraucherschützer und die Bundeswettbewerbsbehörde haben die Übernahmen daher mit umfangreichen Auflagen versehen, um die Vielfalt im Lebensmittelhandel zu sichern.
Quellen
- ORF Steiermark: Spar übernimmt elf steirische Unimarkt-Filialen
- MeinBezirk Steiermark: Diese steirischen Unimarkt-Standorte werden von Spar übernommen
- Spar Österreich: Regionales Steiermark
- Spar Österreich: Alle Standorte und Öffnungszeiten