Ein Quadratmeter Baugrund kostet in Altaussee 542 Euro und damit mehr als in Graz. In Fehring und Unterlamm sind es 22,80 Euro. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bauland der Steiermark liegt fast der Faktor 24, und das in einem Bundesland, das österreichweit zu den billigsten zählt.
Im Landesmittel zahlten Käufer 2025 laut Statistik Austria 90 Euro pro Quadratmeter. Günstiger war Bauland nur im Burgenland mit 77 und in Kärnten mit 88 Euro, der Österreichschnitt lag bei 135 Euro. Billig heißt allerdings nicht stabil. 2021 waren es in der Steiermark noch 54 Euro, und während Wohnungen und Häuser heute unter ihren Werten von 2022 liegen, hat Baugrund einen neuen Höchststand erreicht.
Baugrundpreise in allen 13 Bezirken
Grundlage der Bezirkswerte sind die Kaufverträge, die private Haushalte zwischen 2021 und 2025 im Grundbuch eintragen ließen. Statistik Austria rechnet ältere Verkäufe auf das Preisniveau von 2025 hoch und bildet das geometrische Mittel, damit einzelne sehr teure Geschäfte den Schnitt nicht nach oben ziehen. Freundschafts- und geförderte Preise bleiben nach Möglichkeit unberücksichtigt.
| Bezirk | Euro/m² (2021-2025) | Vorjahresauswertung (2020-2024) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Graz (Stadt) | 430,30 € | 361,50 € | +19,0 % |
| Graz-Umgebung | 132,00 € | 131,10 € | +0,7 % |
| Liezen | 109,80 € | 119,40 € | -8,0 % |
| Leoben | 83,50 € | 66,10 € | +26,3 % |
| Murtal | 83,00 € | 77,10 € | +7,7 % |
| Bruck-Mürzzuschlag | 79,00 € | 68,90 € | +14,7 % |
| Leibnitz | 69,70 € | 75,60 € | -7,8 % |
| Weiz | 68,00 € | 55,90 € | +21,6 % |
| Deutschlandsberg | 64,90 € | 65,40 € | -0,8 % |
| Voitsberg | 60,90 € | 65,10 € | -6,5 % |
| Murau | 56,50 € | 55,30 € | +2,2 % |
| Hartberg-Fürstenfeld | 39,70 € | 39,10 € | +1,5 % |
| Südoststeiermark | 35,70 € | 37,80 € | -5,6 % |
Quelle: Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise, Baugrundstückspreise 2025 (erstellt am 28.05.2026) und 2024. Geometrische Mittel in Euro pro Quadratmeter.
Graz ist mehr als dreimal so teuer wie Graz-Umgebung und zwölfmal so teuer wie die Südoststeiermark. Das Plus von 19 Prozent gegenüber der Vorjahresauswertung ist allerdings keine Jahresteuerung. Beide Werte decken ein Fünfjahresfenster ab, und welche Grundstücke verkauft werden, ändert sich von Jahr zu Jahr. Für Vergleiche über die Zeit hält Statistik Austria einen qualitätsbereinigten Preisindex für besser geeignet.
Auffällig ist trotzdem, wie unterschiedlich sich die Bezirke abseits des Zentralraums entwickeln. Leoben legte um 26 Prozent zu, Weiz um 22 und Bruck-Mürzzuschlag um 15 Prozent. Liezen, Leibnitz und Voitsberg gaben dagegen zwischen 6,5 und 8 Prozent nach, die Südoststeiermark um 5,6 Prozent. Dass Liezen trotz des Rückgangs auf Platz drei steht, liegt an einer Handvoll Gemeinden im Ausseerland und rund um den Dachstein. Innerhalb des Bezirks reicht die Spanne von 40,40 Euro in Landl bis 542 Euro in Altaussee.
Altaussee und Ramsau vor Graz: die teuersten Gemeinden
Auf Gemeindeebene verschiebt sich die Rangliste. Zwei Orte im Bezirk Liezen überholen die Landeshauptstadt, mit Schladming und Haus folgen zwei weitere Ennstaler Gemeinden. Das passt zum Muster, das Statistik Austria für ganz Österreich beschreibt: Vorne stehen Wintersportgebiete und Ballungsräume.
- Altaussee (Liezen): 542,00 Euro
- Ramsau am Dachstein (Liezen): 438,30 Euro
- Graz: 430,30 Euro
- Schladming (Liezen): 293,80 Euro
- Haus (Liezen): 279,10 Euro
- Hart bei Graz (Graz-Umgebung): 258,80 Euro
- Seiersberg-Pirka (Graz-Umgebung): 247,00 Euro
- Stattegg (Graz-Umgebung): 222,10 Euro
- Feldkirchen bei Graz und Weinitzen (Graz-Umgebung): je 208,90 Euro
- Kalsdorf bei Graz (Graz-Umgebung): 201,30 Euro
Damit liegen elf steirische Gemeinden über 200 Euro, sechs davon im Bezirk Graz-Umgebung. Wie wenig der dortige Bezirksschnitt von 132 Euro über den einzelnen Ort verrät, zeigen zwei Gemeinden mit Graz im Namen. Hart bei Graz kommt auf 258,80 Euro, Sankt Marein bei Graz auf 61,10 Euro. Mehr als das Vierfache.
Gleiche Werte bei mehreren Gemeinden gehen in der Regel auf die Methode zurück. Wurden in einem Ort zu wenige Grundstücke verkauft, bildet Statistik Austria den Durchschnitt über eine Gemeindegruppe. So tragen Bad Aussee und Grundlsee jeweils 174,80 Euro, Arnfels, Oberhaag und Sankt Johann im Saggautal jeweils 40,80 Euro. Für kleine Gemeinden ist die Zahl deshalb eher ein Richtwert für die Gegend als ein Ortspreis.
Unter 30 Euro: die günstigsten Gemeinden
Am unteren Ende der Skala liegen fast nur Gemeinden im Osten und Südosten. Am günstigsten sind Fehring und Unterlamm mit je 22,80 Euro, gefolgt von Hartl und Großsteinbach mit je 23,50 Euro und Gnas mit 25,50 Euro. Unter 30 Euro bleiben außerdem Ottendorf an der Rittschein (26,10 Euro), Deutsch Goritz, Jagerberg, Mettersdorf am Saßbach und Sankt Peter am Ottersbach (je 27,20 Euro) sowie Rohr bei Hartberg (29 Euro). Die einzige Ausnahme aus einer anderen Region sind Geistthal-Södingberg und Kainach bei Voitsberg in der Weststeiermark mit je 29,60 Euro.
Aussagekräftiger als die Extremwerte ist die Mitte. Die Hälfte der 285 ausgewerteten Gemeinden liegt bei höchstens 61,10 Euro, 102 davon sogar unter 50 Euro. Fast 70 Prozent bleiben unter dem Landesmittel von 90 Euro. Außerhalb des Grazer Raums, der Städte und der Ennstaler Tourismusorte kostet Bauland also meist weniger, als der Landeswert vermuten lässt.
Baugrund in den steirischen Städten
| Stadt | Bezirk | Euro/m² (2021-2025) | Vorjahresauswertung |
|---|---|---|---|
| Graz | Graz (Stadt) | 430,30 € | 361,50 € |
| Weiz | Weiz | 171,90 € | 138,10 € |
| Leibnitz | Leibnitz | 132,70 € | 165,30 € |
| Leoben | Leoben | 129,00 € | 102,90 € |
| Gleisdorf | Weiz | 118,60 € | 98,40 € |
| Bruck an der Mur | Bruck-Mürzzuschlag | 112,90 € | 95,10 € |
| Knittelfeld | Murtal | 110,30 € | 106,60 € |
| Murau | Murau | 106,10 € | 87,90 € |
| Kapfenberg | Bruck-Mürzzuschlag | 94,10 € | 84,30 € |
| Liezen | Liezen | 86,50 € | 94,10 € |
| Judenburg | Murtal | 79,60 € | 88,20 € |
| Deutschlandsberg | Deutschlandsberg | 79,00 € | 83,00 € |
| Mürzzuschlag | Bruck-Mürzzuschlag | 76,90 € | 71,20 € |
| Hartberg | Hartberg-Fürstenfeld | 72,90 € | 73,70 € |
| Voitsberg | Voitsberg | 72,00 € | 73,00 € |
| Bad Radkersburg | Südoststeiermark | 64,40 € | 61,80 € |
| Köflach | Voitsberg | 59,60 € | 65,30 € |
| Fürstenfeld | Hartberg-Fürstenfeld | 57,50 € | 56,80 € |
| Feldbach | Südoststeiermark | 47,90 € | 51,70 € |
Quelle: Statistik Austria, Baugrundstückspreise 2025 und 2024, Gemeindewerte in Euro pro Quadratmeter.
Die meisten Städte liegen klar über dem Schnitt ihres Bezirks, am deutlichsten Weiz. Die Stadt kommt auf 171,90 Euro, der Bezirk auf 68 Euro, und in Gersdorf an der Feistritz im selben Bezirk sind es 31 Euro. Umgekehrt ist es in Liezen, Judenburg, Mürzzuschlag und Köflach, wo Bauland in der Stadt weniger kostet als im Bezirksmittel. Im Bezirk Liezen heben die teuren Tourismusorte den Schnitt.
Leibnitz, das denselben Wert wie Wagna ausweist, fiel gegenüber der Vorjahresauswertung von 165,30 auf 132,70 Euro. Leoben legte im selben Vergleich um ein Viertel auf 129 Euro zu. Für solche Sprünge gilt dasselbe wie auf Bezirksebene: Das Fünfjahresfenster hat sich verschoben, und verkauft wurden andere Grundstücke.
Die Grundstückspreise aller steirischen Gemeinden, nach Bezirken geordnet und mit dem Verlauf seit 2016, listet grundstueckspreise.at auf.
Seit 2021 um zwei Drittel teurer
Bis 2021 bewegte sich Bauland in der Steiermark kaum. Die Sonderauswertung von Statistik Austria, die jedes Jahr für sich betrachtet, weist für 2015 einen Mittelwert von 48 Euro aus und für 2021 einen von 54 Euro. Dann kam der Sprung.
| Jahr | Steiermark | Österreich |
|---|---|---|
| 2015 | 48 € | 72 € |
| 2018 | 50 € | 73 € |
| 2020 | 53 € | 74 € |
| 2021 | 54 € | 74 € |
| 2022 | 61 € | 85 € |
| 2023 | 71 € | 105 € |
| 2024 | 87 € | 123 € |
| 2025 | 90 € | 135 € |
Quelle: Statistik Austria, Pressemitteilung vom 28.05.2026, Sonderauswertung. Geometrische Mittel in Euro pro Quadratmeter Grundfläche.
Von 2021 bis 2025 stieg der steirische Wert um zwei Drittel. Bei fertigem Wohnraum ging es in die Gegenrichtung: Eine Eigentumswohnung kostete 2025 im Median 2.750 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, 2022 waren es noch 3.055 Euro. Häuser liegen mit 2.421 Euro knapp unter dem Wert von 2022. Von den drei Objektarten hat seit 2022 nur Bauland zugelegt, und zwar um knapp 48 Prozent. Wie sich Wohnungs- und Mietpreise in den einzelnen Bezirken entwickeln, zeigt der Bezirksvergleich der Immobilienpreise.
Einen Teil des Anstiegs erklärt Statistik Austria mit einer Verschiebung: Seit der Zinswende Mitte 2022 werden andere Grundstücke verkauft als zuvor. Wie groß dieser Effekt ist, beziffert das Amt nicht. Die Erwartung der Branche zeigt weiter nach oben. Die 650 Immobilienexperten, die RE/MAX für seinen Real Estate Future Index befragt, rechneten im Jänner 2026 österreichweit mit um 3,5 Prozent höheren Preisen für Baugrundstücke im laufenden Jahr.
Warum Graz je nach Quelle 388 oder 430 Euro kostet
Für Graz kursieren 362, 388 und 430 Euro pro Quadratmeter. Falsch ist keine dieser Zahlen. Sie stammen aus unterschiedlichen Erhebungen und Jahrgängen.
Statistik Austria wertet tatsächlich gezahlte Kaufpreise aus dem Grundbuch aus. Die aktuelle Auswertung vom 28. Mai 2026 ergibt für Graz 430,30 Euro, die vorherige vom Mai 2025 kam auf 361,50 Euro. Wer auf 362 Euro stößt, sieht in aller Regel den älteren Jahrgang.
Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer, den der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder gemeinsam mit dem ZT-Datenforum erstellt, nennt für 2025 in Graz 388,12 Euro und in Graz-Umgebung 178,43 Euro. Für die gesamte Steiermark kommt die WKO Steiermark auf 116,88 Euro, knapp 30 Prozent mehr als die 90 Euro der Statistik Austria. Auch in den günstigsten Bezirken liegen die Kammerwerte höher: 54,61 Euro in Hartberg-Fürstenfeld und 55,32 Euro in der Südoststeiermark, gegenüber 39,70 und 35,70 Euro in der amtlichen Statistik.
Als Preisschild taugt keine der beiden Quellen. Ein Durchschnitt mischt Hanglagen mit ebenen Bauplätzen und kleine Restflächen mit großen Parzellen. Was ein konkretes Grundstück wert ist, entscheiden Widmung, Aufschließung, Zuschnitt und Lage.
Nebenkosten: was zum Kaufpreis dazukommt
Zum Kaufpreis kommen feste Abgaben und verhandelbare Honorare. Die Sätze gelten österreichweit:
- Grunderwerbsteuer: 3,5 Prozent des Kaufpreises. Den niedrigeren Stufentarif sieht das Finanzministerium nur für unentgeltliche Übertragungen und für Übertragungen innerhalb der Familie vor.
- Eintragungsgebühr: 1,1 Prozent des Kaufpreises für die Eintragung ins Grundbuch. Wer mit Kredit kauft, zahlt für das Pfandrecht zusätzlich 1,2 Prozent des Pfandbetrags.
- Maklerprovision: höchstens 3 Prozent des Kaufpreises plus 20 Prozent Umsatzsteuer, also 3,6 Prozent. Liegt der Kaufpreis zwischen 36.336,43 und 48.448,51 Euro, gilt ein Höchstbetrag von 1.453,46 Euro netto, darunter sind bis zu 4 Prozent erlaubt.
- Vertrag und Treuhandschaft: Für Notar oder Anwalt rechnet oesterreich.gv.at mit ungefähr 1 bis 3 Prozent des Kaufpreises, möglich ist auch ein Pauschalhonorar.
Die befristete Befreiung von der Eintragungsgebühr ist ausgelaufen. Sie galt laut Justizministerium für Grundbuchanträge, die zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 1. Juli 2026 einlangten, bis zu einer Bemessungsgrundlage von 500.000 Euro. Auch Baugrund war erfasst, sofern das Eigenheim spätestens fünf Jahre nach der Eintragung als Hauptwohnsitz bezogen wird. Wer jetzt kauft, zahlt die Eintragungsgebühr wieder in voller Höhe.
Rechenbeispiel: 800 Quadratmeter in vier Gemeinden
Wie viel das in Euro ausmacht, zeigt eine Parzelle mit 800 Quadratmetern zu den aktuellen Gemeindewerten. Gekauft wird über einen Makler und ohne Kredit, für Vertrag und Treuhand sind 1,5 Prozent angesetzt.
| Posten | Graz | Hart bei Graz | Leibnitz | Feldbach |
|---|---|---|---|---|
| Preis pro m² | 430,30 € | 258,80 € | 132,70 € | 47,90 € |
| Kaufpreis 800 m² | 344.240 € | 207.040 € | 106.160 € | 38.320 € |
| Grunderwerbsteuer (3,5 %) | 12.048 € | 7.246 € | 3.716 € | 1.341 € |
| Eintragungsgebühr (1,1 %) | 3.787 € | 2.277 € | 1.168 € | 422 € |
| Makler inkl. USt | 12.393 € | 7.453 € | 3.822 € | 1.744 € |
| Vertrag und Treuhand (1,5 %) | 5.164 € | 3.106 € | 1.592 € | 575 € |
| Nebenkosten gesamt | 33.392 € | 20.082 € | 10.298 € | 4.082 € |
| Anteil am Kaufpreis | 9,7 % | 9,7 % | 9,7 % | 10,7 % |
| Gesamtkosten | 377.632 € | 227.122 € | 116.458 € | 42.402 € |
Berechnung auf Basis der Gemeindewerte von Statistik Austria (2025) und der Sätze von BMF und oesterreich.gv.at, gerundet auf ganze Euro.
Allein die Nebenkosten in Graz kommen fast an den gesamten Kaufpreis in Feldbach heran. Anteilig zahlen Käufer in Feldbach trotzdem mehr, weil ihr Kaufpreis in die mittlere Provisionsstufe fällt: Der Höchstbetrag von 1.453,46 Euro netto entspricht bei 38.320 Euro knapp 3,8 Prozent statt 3 Prozent. Wer auf dem Grundstück ein Eigenheim errichtet, kann über die Wohnbauförderung des Landes ein gefördertes Darlehen beantragen.
Bebauungsfrist: wann unbebautes Bauland jedes Jahr Geld kostet
In der Steiermark ist laut Österreichischer Raumordnungskonferenz rund 22 Prozent des gewidmeten Baulands unbebaut, österreichweit sind es 20 Prozent (Salzburger Nachrichten). Um solche Flächen für die Bebauung zu mobilisieren, verpflichtet das Raumordnungsgesetz in der seit 29. Juni 2022 geltenden Fassung die Gemeinden zu aktiver Bodenpolitik. Ändern oder überarbeiten sie den Flächenwidmungsplan, müssen sie für unbebaute Grundstücke ab 1.000 Quadratmetern, die demselben Eigentümer gehören, in bestimmten Baugebieten eines von zwei Instrumenten einsetzen: einen Vertrag über die Bebauung oder eine Bebauungsfrist (§ 34 StROG). Grundstücke von Gemeinden und gemeinnützigen Wohnbauträgern sind ausgenommen.
Die Bebauungsfrist beträgt fünf Jahre. Schon bei der Festlegung bestimmt die Gemeinde, was nach einem ungenutzten Ablauf passiert. Entweder wird das Grundstück entschädigungslos in Freiland rückgewidmet, sofern das mit dem örtlichen Entwicklungskonzept vereinbar ist. Oder der Eigentümer zahlt jedes Jahr eine Raumordnungsabgabe, bis der Rohbau fertig ist. Sie beträgt 2 Prozent aus Fläche mal dem Baugrundstückspreis, den Statistik Austria für die Gemeinde veröffentlicht (§ 36 StROG). Die Grundbuchauswertung des Amts ist damit direkt die Rechengrundlage einer Abgabe. Die Einnahmen soll die Gemeinde für die Beschaffung von Bauland und für öffentliche Grün- und Parkanlagen verwenden.
Nach den aktuellen Werten wären für 1.200 unbebaute Quadratmeter in Hart bei Graz jährlich 6.211 Euro fällig, in Leibnitz 3.185 Euro und in Fehring 547 Euro. Am stärksten wirkt die Abgabe also dort, wo Bauland ohnehin am teuersten ist. Maßgeblich ist allerdings der Preis zum Zeitpunkt des Fristablaufs, nicht der heutige.
Für Käufer ist ein Detail wichtig: Wird ein Grundstück mit laufender Abgabepflicht verkauft, geht die Pflicht auf den Erwerber über. Ob eine Frist besteht, steht im Flächenwidmungsplan der Gemeinde. Die Widmung einzelner Grundstücke lässt sich im digitalen Flächenwidmungsplan des Landes nachsehen, genaue Auskunft gibt das Bauamt der Gemeinde.
Häufige Fragen zu Grundstückspreisen in der Steiermark
Was kostet ein Quadratmeter Baugrund in der Steiermark?
Im Landesmittel 90 Euro, so die amtliche Auswertung der Kaufverträge für 2025. Der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer nennt 116,88 Euro. Auf Gemeindeebene reicht die Spanne von 22,80 Euro in Fehring und Unterlamm bis 542 Euro in Altaussee.
Wo ist Baugrund im Bezirk Graz-Umgebung am günstigsten?
In Sankt Marein bei Graz mit 61,10 Euro pro Quadratmeter. Danach folgen Nestelbach bei Graz mit 77,30 Euro sowie Deutschfeistritz und Übelbach mit je 78,80 Euro. Am teuersten ist im Bezirk Hart bei Graz mit 258,80 Euro.
Wie hoch sind die Nebenkosten beim Grundstückskauf?
Fix sind 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer und 1,1 Prozent Eintragungsgebühr. Mit Makler und Vertragserrichtung kommen im Rechenbeispiel 9,7 bis 10,7 Prozent des Kaufpreises zusammen. Bei Kaufpreisen unter 48.448,52 Euro fällt der Anteil wegen der höheren Provisionsgrenzen größer aus.
Welche Grunderwerbsteuer fällt an, wenn Eltern ihrem Kind Baugrund übertragen?
Innerhalb der Familie gilt der Stufentarif, unabhängig davon, ob etwas bezahlt wird. Berechnet wird er vom Grundstückswert: 0,5 Prozent auf die ersten 250.000 Euro, 2 Prozent auf die nächsten 150.000 Euro, 3,5 Prozent auf den Rest. Bei einem Grundstückswert von 200.000 Euro sind das 1.000 Euro, ein Kauf unter Fremden zum selben Betrag kostet 7.000 Euro Steuer. Zum Familienverband zählen laut Finanzministerium auch Großeltern, Geschwister, Nichten und Neffen sowie Lebensgefährten mit gemeinsamem Hauptwohnsitz.
Wann gibt es neue Zahlen?
Statistik Austria aktualisiert die Baugrundstückspreise einmal im Jahr. Die nächste Veröffentlichung ist für den 28. Mai 2027 angekündigt.