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Windkraftanlagen auf einem nebelverhangenen Bergrücken in den steirischen Alpen

Windparks in der Steiermark: Standorte, Betreiber und Ausbaupläne

0,626 Terawattstunden Windstrom hat die Steiermark im Jahr 2024 erzeugt. Der Integrierte österreichische Netzinfrastrukturplan schreibt dem Land für 2030 mindestens 2,26 Terawattstunden zu - das Dreieinhalbfache, in sechs Jahren. Aus dieser Lücke erklärt sich, warum auf steirischen Bergkämmen gerade so viel gebaut wird wie nie zuvor.

121 Windräder mit 322,65 Megawatt Nennleistung standen Ende 2025 im Land, hinter Niederösterreich mit 830 Anlagen und dem Burgenland mit 446. Der Rückstand hat einen geografischen Grund: Im Osten Österreichs entstehen Windparks auf Ackerland, in der Steiermark auf 1.300 bis 1.920 Metern Seehöhe. Jede Anlage braucht eine tragfähige Bergstraße, jedes Rotorblatt einen Schwertransport durch Serpentinen, jede Baustelle ein Zeitfenster zwischen Schneeschmelze und erstem Frost.

Wo in der Steiermark Windräder stehen

Zwölf größere Windparks sind in Betrieb, dazu vier ältere Einzelanlagen an drei Standorten. Der Schwerpunkt liegt klar in Bruck-Mürzzuschlag: Auf den Fischbacher Alpen und der Pretulalpe stehen mehr Windräder als in jeder anderen Region des Landes.

Windpark Gemeinden Bezirk Anlagen Leistung Am Netz seit Betreiber
Freiländeralm Deutschlandsberg Deutschlandsberg 19 rund 114 MW 2014, Ausbau bis Ende 2026 Energie Steiermark
Pretul I und II Langenwang, Mürzzuschlag, Ratten, Rettenegg Bruck-Mürzzuschlag, Weiz 18 58,6 MW 2017 und 2024 Österreichische Bundesforste
Handalm Deutschlandsberg, Bad Schwanberg Deutschlandsberg 13 39 MW 2017 Energie Steiermark
Steinriegel I und II Ratten, Langenwang, Krieglach Weiz, Bruck-Mürzzuschlag 20 38,3 MW 2005 und 2015 Wien Energie
Tauernwindpark Pölstal (Oberzeiring) Murtal 10 32 MW 2002, Repowering 2019 Tauernwind Windkraftanlagen
Stanglalm Stanz im Mürztal, Kindberg Bruck-Mürzzuschlag 9 29,7 MW 2022 Windpark Stanglalm GmbH
Herrenstein Rettenegg Weiz 6 19,95 MW 2017 ECOwind
Hochpürschtling Krieglach, Stanz im Mürztal Bruck-Mürzzuschlag 9 18,45 MW 2013 Windheimat
Fürstkogel Stanz im Mürztal, Fischbach Bruck-Mürzzuschlag 5 17,25 MW 2019 Encavis, entwickelt von ECOwind
Moschkogel Mürzzuschlag (Ganz) Bruck-Mürzzuschlag 7 16,1 MW 2006, erweitert 2015 Viktor Kaplan Akademie
Silbersberg Trofaiach Leoben 4 13,8 MW 2024 Grünstrom GmbH
Pongratzer Kogel Vorau, Grafendorf bei Hartberg Hartberg-Fürstenfeld 4 9,2 MW 2013 ECOwind

Zusammengezählt ergibt das gut 400 Megawatt. Die amtliche Jahresstatistik weist für Ende 2025 dagegen 322,65 Megawatt aus - die Differenz steckt fast vollständig auf der Freiländeralm, deren neue Anlagen erst im Lauf des Jahres 2026 ans Netz gehen.

Dazu kommen vier Altanlagen aus der Pionierzeit, die in keiner Parkstatistik auftauchen: zwei Windräder am Gaberl in Kleinlobming, eine Anlage am Plankogel bei Sankt Kathrein am Offenegg aus dem Jahr 1999 und ein Windrad am Salzstiegl, das das dortige Skigebiet versorgt. Ein zweites Salzstiegl-Rad wurde nach einem Defekt abgebaut, ebenso die Anlage am Präbichl.

Freiländeralm: 15 neue Windräder mit je 230 Metern Höhe

Auf der Freiländeralm westlich von Deutschlandsberg wachsen derzeit die letzten vier von 15 neuen Windrädern in die Höhe. 145 Meter Nabenhöhe, 86 Meter Rotorblattlänge, 230 Meter Gesamthöhe misst der Typ Vensys 175. Die Bauteile kamen über den kroatischen Hafen Ploče und von dort auf der Straße in die Weststeiermark. Projektleiter Egon Dorner nennt das Ergebnis den größten Windpark im alpinen Raum - eine Zuschreibung, die auch die Bundesforste für die Pretulalpe beanspruchen.

Die Energie Steiermark investiert 162 Millionen Euro. Fertig soll der Park bis Ende 2026 sein und dann rund 200 Gigawattstunden im Jahr liefern, rechnerisch genug für 57.000 Haushalte. Vor dem Baustart im Herbst 2023 lag ein fünfjähriges Genehmigungsverfahren, das erst das Bundesverwaltungsgericht endgültig beendete. Vier ältere Vestas-Anlagen aus dem Jahr 2014 drehen sich daneben weiter.

Warum die Windräder auf den Bergkämmen stehen

Die windhöffigen Flächen der Steiermark liegen auf den Kämmen beiderseits der Mur-Mürz-Furche und auf der Koralpe. Das sind etwa zehn Prozent der Landesfläche, und ein erheblicher Teil davon ist Schutzgebiet. Was übrig bleibt, ist knapp.

Dafür ist der Wind in dieser Höhe verlässlich. Das Land rechnet mit durchschnittlich 1.932 Volllaststunden pro Jahr - ein Wert, der über dem liegt, was Anlagen im Flachland typischerweise erreichen. Der Tauernwindpark auf dem Schönberg bei Oberzeiring steht auf rund 1.900 Metern und gilt als höchstgelegener Windpark Europas. Er war 2002 auch der erste des Landes.

Diese Höhenlage kostet allerdings. Die Handalm liegt auf rund 1.800 Metern, der Strom musste über eine 17 Kilometer lange Leitung ins Umspannwerk Deutschlandsberg gebracht werden. Für den Windpark Soboth-Eibiswald baute die Energie Steiermark ab März 2025 zuerst ein eigenes Umspannwerk samt 110-kV-Leitung, bevor das erste Fundament gegossen wurde. Auf der Rattener Alm errichtet Wien Energie beim Repowering ebenfalls ein neues Umspannwerk direkt am Berg, um sich die Kabeltrassen ins Tal zu sparen.

Was gerade gebaut wird

Im Bezirk Deutschlandsberg entsteht mit dem Windpark Soboth-Eibiswald der nächste Großstandort. 15 Anlagen mit zusammen 96 Megawatt, 175 Millionen Euro Investition, rund 200 Gigawattstunden Jahresertrag für etwa 50.000 Haushalte. Die Montage läuft in zwei Etappen: sieben Anlagen zwischen Mai und Oktober 2026, acht weitere im gleichen Zeitfenster 2027. In den Regelbetrieb geht der Park im November 2027.

Die Vorgeschichte zeigt, wie lange solche Projekte brauchen. Zwischen den ersten Vorarbeiten 2018 und der Übergabe an den Betrieb liegen neun Jahre, davon vier allein für die Umweltverträglichkeitsprüfung von 2020 bis 2024.

Das Sachprogramm Windenergie 2026 und seine 18 neuen Zonen

Wo in der Steiermark überhaupt gebaut werden darf, regelt das Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie, kurz Sachprogramm Wind. Die Fassung von 2019 kennt 14 Vorrangzonen und drei Eignungszonen. Über 90 Prozent aller bestehenden Anlagen stehen innerhalb dieser Flächen.

Am 13. April 2026 schickte die Landesregierung die Novelle in Begutachtung. Sie weist 18 neue oder erweiterte Zonen mit zusammen 4.800 Hektar aus, in denen zwischen 105 und 164 zusätzliche Windräder Platz finden. Das entspricht 530 bis über 700 Megawatt. Der Umweltbericht zur strategischen Umweltprüfung nennt für jede Zone die Standortgemeinden und das erwartete Anlagenpotenzial:

Zone Typ Standortgemeinden Bezirk Fläche Anlagen
Hahnkogel Vorrangzone Thörl, Tragöß-St. Katharein Bruck-Mürzzuschlag 798 ha 15 bis 28
Brandwald-Steinplan Eignungszone St. Margarethen bei Knittelfeld, Lobmingtal Murtal 820 ha 15 bis 25
Steineck-Kammern Eignungszone Kammern im Liesingtal, Sankt Stefan ob Leoben, St. Michael in Obersteiermark Leoben 290 ha 7 bis 15
Perchauer Eck Eignungszone Neumarkt in der Steiermark, Scheifling Murau 371 ha 7 bis 11
Veitschbachtörl Vorrangzone Neuberg an der Mürz, St. Barbara im Mürztal Bruck-Mürzzuschlag 201 ha 6 bis 10
Ochsenkogel-Bärenkogel Vorrangzone Leoben, St. Michael in Obersteiermark Leoben 180 ha 6 bis 9
Bundschuh Eignungszone Maria Lankowitz Voitsberg 339 ha 6 bis 8
Pongratzer Kogel Erweiterung Vorau, Grafendorf bei Hartberg Hartberg-Fürstenfeld 227 ha 6 bis 8
Floning Vorrangzone Kapfenberg, Tragöß-Sankt Katharein, Thörl Bruck-Mürzzuschlag 137 ha 6 bis 7
Hubereck-Klosterkogel Eignungszone Admont, Rottenmann Liezen 552 ha 5 bis 8
Kampelekogel-Stoffkogel Vorrangzone Hirschegg-Pack, Deutschlandsberg Voitsberg, Deutschlandsberg 178 ha 4 bis 6
Himberger Eck Vorrangzone Leoben, Trofaiach, Proleb, St. Peter-Freienstein Leoben 139 ha 4 bis 5
Hauereck Vorrangzone Krieglach, St. Kathrein am Hauenstein Bruck-Mürzzuschlag, Weiz 185 ha 4 bis 5
Eisnerkogel-Langeben Vorrangzone Turnau, St. Barbara im Mürztal Bruck-Mürzzuschlag 107 ha 4 bis 5
Hiasbauerhöhe Vorrangzone Langenwang Bruck-Mürzzuschlag 131 ha 3 bis 5
Moschkogel Erweiterung Mürzzuschlag Bruck-Mürzzuschlag 41 ha 3 bis 4
Herrenstein Erweiterung Rettenegg Weiz 78 ha 2 bis 3
Rosskogel Erweiterung Neuberg an der Mürz Bruck-Mürzzuschlag 26 ha 2

Der Unterschied zwischen den beiden Zonentypen ist für Gemeinden entscheidend. Vorrangzonen sind überörtliche Widmungsfestlegungen: Das Land legt sie fest, die Gemeinde muss nichts mehr umwidmen. In Eignungszonen dokumentiert das Land nur ein regionales öffentliches Interesse - die Gemeinde muss im örtlichen Entwicklungskonzept und im Flächenwidmungsplan selbst tätig werden, bevor ein Projekt eingereicht werden kann. Für die fünf Eignungszonen liegt die Entscheidung damit im Gemeinderat.

Insgesamt käme die Steiermark auf 30 Zonen mit 9.356 Hektar, also 0,57 Prozent der Landesfläche. Gleichzeitig wachsen die Ausschlusszonen um rund 40.000 Hektar auf etwa 27 Prozent des Landes. Die bisherige Eignungszone am Präbichl entfällt.

Die neuen Spielregeln im Verordnungstext

Der Begutachtungsentwurf ändert mehr als die Landkarte. Vier Punkte sind für Projektwerber und Anrainer bedeutsam:

  • Mindestgröße: In Vorrang- und Eignungszonen sind nur Anlagen ab 0,5 Megawatt zulässig, und bei Neuerrichtung muss ein Projekt insgesamt mindestens 15 Megawatt erreichen. Einzelanlagen sind in den Zonen damit nicht mehr genehmigungsfähig.
  • Bauland-Sperre: In den Zonen und in einem 1.000 Meter breiten Puffer rund um Vorrangzonen darf kein neues Bauland ausgewiesen werden. Bereits im Entwicklungskonzept vorhandenes Baulandpotenzial bleibt ausgenommen.
  • Standorte außerhalb der Zonen: Auf Flächen mit Sondernutzung im Freiland bleiben Anlagen möglich, wenn der Antragsteller eine mittlere Leistungsdichte von 180 Watt pro Quadratmeter in 100 Metern Höhe nachweist. Der Abstand muss dann mindestens 1.000 Meter zu gewidmetem Bauland und 700 Meter zu Wohngebäuden im Freiland sowie zu bewirtschafteten Schutzhütten betragen.
  • Rückbaupflicht: Wird eine Anlage endgültig stillgelegt, muss der Betreiber sämtliche Teile entfernen und auch die Fundamente so weit zurückbauen, dass Mutterboden und Bodenaufbau funktionsgleich wiederhergestellt sind.

Dazu kommen elf allgemeine Minderungsmaßnahmen, von der Umweltbaubegleitung während der Bauphase bis zu Bauzeitbeschränkungen in der Balz- und Fortpflanzungszeit. Auf der Handalm mussten seinerzeit 150 behördliche Auflagen für Wild, Vögel, Fledermäuse und Almflächen eingehalten werden - der neue Verordnungstext schreibt diesen Standard für alle Zonen fest.

715 Stellungnahmen und der Widerstand im Liesingtal

Die achtwöchige Auflagefrist endete am 8. Juni 2026. In dieser Zeit langten 715 Stellungnahmen ein. Die Landesjägerschaft bezeichnet einzelne Zonen als kritisch für den Wildtierschutz und fordert Ausgleichsmaßnahmen.

Am schärfsten ist der Konflikt rund um die Eignungszone Steineck-Kammern im Liesingtal. Alle vier direkt betroffenen Gemeinden fassten zwischen 7. und 27. Mai 2026 Gemeinderatsbeschlüsse gegen die Zone: Sankt Stefan ob Leoben, Sankt Michael in Obersteiermark, Kammern im Liesingtal und Traboch. Über alle Sitzungen hinweg gab es eine einzige Gegenstimme. Eine Bürgerinitiative sammelte binnen anderthalb Wochen über 900 Unterschriften, ihre Argumente: Siedlungsnähe, Südausrichtung, Schattenwurf in den Wintermonaten.

Bei Eignungszonen hat dieser Widerstand Gewicht. Ohne Umwidmung durch die Gemeinde kann dort kein Projekt eingereicht werden - anders als in Vorrangzonen, wo das Land allein entscheidet. Florian Maringer von der IG Windkraft hält deshalb fest, dass am Ende nur ausreichend umsetzbare Flächen zählen und alle betroffenen Gemeinden Unterstützung bei der Umwidmung brauchen.

Der Beschluss der Landesregierung war für die Zeit vor der Sommerpause angekündigt. Kundgemacht ist die Novelle Anfang September 2026 noch nicht.

Was Windkraft der Region wirtschaftlich bringt

Windparks sind für obersteirische Gemeinden eine der wenigen Investitionen dieser Größenordnung, die verlässlich vor Ort landen. Die Summen der letzten Jahre:

Projekt Investition Anmerkung
Soboth-Eibiswald 175 Mio. Euro 15 Anlagen, in Bau
Freiländeralm 2 162 Mio. Euro 15 Anlagen, Fertigstellung Ende 2026
Handalm 58 Mio. Euro rund 280 Beschäftigte in der Bauphase
Pretul I 49 Mio. Euro 14 Anlagen, größte Investition der Bundesforste bis dahin
Pretul II rund 21 Mio. Euro 4 Anlagen, mitfinanziert von der Europäischen Investitionsbank
Hochpürschtling 27 Mio. Euro 9 Anlagen
Silbersberg 25 Mio. Euro 4 Anlagen

Bemerkenswert ist, wer diese Parks betreibt. Neben der landeseigenen Energie Steiermark und den Bundesforsten stehen mittelständische Betriebe und kommunale Versorger: Die Windheimat GmbH aus dem Mürztal führt Hochpürschtling und ist Mehrheitseigentümerin an der Stanglalm, an der wiederum die Stadtgemeinde Kindberg zehn Prozent hält. Den Windpark Silbersberg betreibt die Grünstrom GmbH, ein Zusammenschluss der Stadtwerke Trofaiach, der Stadtwerke Judenburg und der Windheimat. Der Ertrag bleibt damit in der Region, statt an einen Konzern außerhalb des Landes abzufließen.

Österreichweit hängen laut IG Windkraft über 8.000 Arbeitsplätze an der Windbranche. Rund die Hälfte der Projektkosten fließt über die Betriebsjahre in die Standortregion zurück - über Pacht, Wegerechte, Wartung und Kommunalsteuer. Einen ähnlichen Effekt hat die zweite große Ausbauschiene des Landes: Bei der Photovoltaik-Förderung und den Energiegemeinschaften bleiben Investition und Ertrag ebenfalls in der Region, nur in kleineren Einheiten. Den unternehmerischen Rahmen dazu liefert der steirische Green Tech Cluster.

Repowering: alte Räder, doppelte Leistung

Der erste Ausbauzyklus geht zu Ende. Die zehn Anlagen des Windparks Steinriegel aus dem Jahr 2005 haben nach 20 Jahren das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht, eine wurde nach einem Schaden bereits abgebaut. Wien Energie ersetzt sie durch zwölf Anlagen vom Typ Vestas V150 mit je sechs Megawatt. Aus rund 13 Megawatt werden 72. Baustart ist 2027, in Betrieb sollen die neuen Räder bis Ende 2028 sein.

Der Tauernwindpark hat diesen Schritt schon hinter sich. Zwischen April 2018 und September 2019 wurden 13 Anlagen der Baujahre 2002 und 2004 abgebaut und nach Kasachstan verkauft, an ihre Stelle traten neun Vestas V112 mit zusammen 29,7 Megawatt und 88 Millionen Kilowattstunden Jahresertrag; dazu kommt eine Enercon aus dem Jahr 2013, die stehen blieb. Weniger Windräder, deutlich mehr Strom - das ist das Muster, nach dem in den kommenden Jahren auch andere Pionierstandorte umgebaut werden.

Der Zielpfad bis 2030

Drei Zahlen markieren die Messlatte. Die Klima- und Energiestrategie Steiermark 2030 Plus nennt mindestens 1.000 Megawatt installierte Leistung und 2,1 Terawattstunden Jahresproduktion, wofür je nach Anlagengröße rund 250 Windräder nötig wären. Das Regierungsprogramm der Landesregierung setzt bis 2030 auf einen Zubau von 400 Megawatt oder etwa 100 Anlagen. Der Netzinfrastrukturplan des Bundes verlangt 2,26 Terawattstunden.

Mit den Projekten, die derzeit in Bau, in Genehmigung oder in Planung sind, kommt die Steiermark laut Land auf rund 650 Megawatt. Das reicht für keines der drei Ziele. Genau deshalb hängt viel daran, wie viele der 18 neuen Zonen die Begutachtung überstehen und wie viele Gemeinden bei den Eignungszonen mitgehen.

Das realisierbare Gesamtpotenzial beziffert das Land mit 2,8 Terawattstunden bis 2030 und 3,5 bis 2040. Auch das ist eine Obergrenze aus der Planung, keine Prognose. Zwischen Zonenausweisung und drehendem Rotor liegen in der Steiermark nach den bisherigen Erfahrungen fünf bis neun Jahre.

Windräder aus der Nähe ansehen

Der Tauernwindpark ist der einzige steirische Windpark mit regulärem Besucherzugang: Eine Mautstraße führt von Oberzeiring zu einem Parkplatz auf rund 1.900 Metern, von dort geht es zu Fuß weiter auf den Schönberg und den Hohen Zinken. Befahrbar ist die Straße nur im Sommer, ab November bleibt der Berg gesperrt.

Bei den übrigen Standorten führen Forststraßen zu den Anlagen, die nicht öffentlich befahrbar sind. Einzelne Betreiber öffnen ihre Parks aber beim Langen Tag der Energie für Führungen - Hochpürschtling und Stanglalm der Windheimat sowie der Silbersberg über Trofaiach waren dabei zuletzt regelmäßig als Energieschauplatz gelistet.

Häufige Fragen zu Windparks in der Steiermark

Wie viele Windräder stehen in der Steiermark?

Ende 2025 waren es 121 Anlagen mit 322,65 Megawatt Nennleistung, verteilt auf zwölf Windparks und vier Einzelanlagen. Sie decken rechnerisch den Strombedarf von rund 200.000 Haushalten. Mit dem Endausbau der Freiländeralm steigt die Leistung 2026 erstmals über 400 Megawatt.

Welcher ist der größte Windpark der Steiermark?

Nach Leistung die Freiländeralm bei Deutschlandsberg mit rund 114 Megawatt aus 19 Anlagen. Nach Anlagenzahl liegt Steinriegel mit 20 Windrädern knapp davor, kommt wegen der älteren Technik aber nur auf 38,3 Megawatt. Der stärkste fertiggestellte Park ist die Pretulalpe der Bundesforste mit 18 Anlagen und 58,6 Megawatt.

Wo steht das höchstgelegene Windrad?

Im Tauernwindpark auf dem Schönberg bei Oberzeiring, auf rund 1.900 Metern. Er ging 2002 als erster Windpark des Landes in Betrieb und wurde 2018/19 komplett erneuert.

Wie viel Strom liefert die steirische Windkraft?

0,626 Terawattstunden im Jahr 2024. Der Netzinfrastrukturplan des Bundes sieht für 2030 mindestens 2,26 Terawattstunden vor, die Klima- und Energiestrategie des Landes 2,1 Terawattstunden bei mindestens 1.000 Megawatt installierter Leistung.

Darf in jeder Gemeinde ein Windrad gebaut werden?

Nein. Zulässig sind Anlagen in den Vorrang- und Eignungszonen des Sachprogramms Wind sowie auf Flächen mit Sondernutzung im Freiland, dort allerdings nur mit Nachweis einer mittleren Leistungsdichte von 180 Watt pro Quadratmeter und mit mindestens 1.000 Metern Abstand zu Bauland. Rund 27 Prozent der Landesfläche sind Ausschlusszone.

Was ändert sich mit dem Sachprogramm Windenergie 2026?

Es weist 18 neue oder erweiterte Zonen auf 4.800 Hektar aus, in denen 105 bis 164 zusätzliche Windräder möglich wären. Die Begutachtung endete am 8. Juni 2026 mit 715 Stellungnahmen; kundgemacht ist die Novelle noch nicht.

Quellen und weiterführende Informationen