Wer Claudia Schönbacher ist
Claudia Schönbacher ist Stadträtin in Graz – zuständig für das Bürgerbüro und den Tierschutz – und Spitzenkandidatin der Bürgerliste KFG (Korruptionsfreies Graz). Anders als die meisten Mitbewerber bringt sie ihre Bekanntheit weniger aus einem klassischen Parteiaufstieg mit als aus einem politischen Bruch: Sie ist das Gesicht jener Gruppe, die sich von der FPÖ losgesagt hat. Über mehrere Jahre sammelte sie Erfahrung in der Stadtregierung und führt die KFG seit deren Gründung an.
Die KFG: Abspaltung von der FPÖ
Die KFG entstand 2022 als Abspaltung von der FPÖ Graz – mitten im Finanzskandal um mutmaßlich veruntreute Parteigelder. Der Anspruch, der schon im Namen steckt: zur Aufklärung beitragen und Korruption in der Kommunalpolitik bekämpfen. Bei der ersten Generalversammlung der Bürgerliste wurde Schönbacher mit allen 48 abgegebenen Stimmen als Obfrau bestätigt. Für die Wahl am 28. Juni 2026 tritt die KFG erstmals als eigenständige Liste an – bisher hielt sie ihre Mandate aus dem Bruch mit der FPÖ.
Riss vor der Wahl: Pascuttini geht zu NEOS
Ausgerechnet vor der Wahl bekam die KFG einen Riss. Alexis Pascuttini, langjähriger Klubobmann und eine zentrale Figur der Abspaltung, kandidiert nun für die NEOS – ein Seitenwechsel, der für Aufsehen sorgte. Schönbacher führt die Liste daher mit einer Doppelspitze, gemeinsam mit Stadtrat Michael Winter; auf Platz vier steht mit Susanne Winter eine weitere frühere FPÖ-Stadträtin. Die KFG geht also gespalten und doch kämpferisch in den Wahltag.
Programm: Sicherheit, Migration, Kontrolle
Inhaltlich bleibt die KFG ihren Wurzeln treu und besetzt, wie die ORF-Berichterstattung es nennt, „typisch-blaue Themen ohne Utopie“: eine restriktive Zuwanderungspolitik, Sprache ohne Gendern und mehr Sicherheit für Graz. Den wirtschaftlich relevantesten Akzent setzt die Liste über ihr Markenthema – die Kontrolle. Wer Korruption und Misswirtschaft im Rathaus bekämpfen will, redet über den sorgsamen Umgang mit öffentlichem Geld, und das wiegt bei einer Stadt mit rund zwei Milliarden Euro Schulden schwer. Ein klassisches Wirtschafts- und Standortprogramm wie ÖVP oder NEOS legt die KFG dagegen nicht vor.
Ausgangslage vor der Wahl
Für die KFG ist es die erste Bewährungsprobe an der Wahlurne. In den großen Umfragen taucht die Liste nicht unter den führenden sechs Parteien auf; es geht für sie vor allem um den Einzug in den Gemeinderat. Wie sich das Feld insgesamt sortiert und welche Mehrheiten möglich sind, lesen Sie im Beitrag zur Graz-Wahl 2026.
Häufige Fragen zu Claudia Schönbacher
Wer ist Claudia Schönbacher?
Stadträtin in Graz (Bürgerbüro und Tierschutz) und Spitzenkandidatin der Bürgerliste KFG (Korruptionsfreies Graz) bei der Wahl 2026.
Was ist die KFG?
Eine Bürgerliste, die sich 2022 von der FPÖ Graz abgespalten hat, mit dem Ziel, den FPÖ-Finanzskandal aufzuklären und Korruption zu bekämpfen.
Wofür steht die KFG inhaltlich?
Für freiheitliche Kernthemen wie restriktive Zuwanderung und Sicherheit sowie für Transparenz und Kontrolle in der Stadtpolitik.
Warum hat die KFG eine Doppelspitze?
Nach dem Wechsel des früheren Klubobmanns Alexis Pascuttini zu den NEOS führt Schönbacher die Liste gemeinsam mit Stadtrat Michael Winter an.
Quellen
- ORF Steiermark: KFG setzt auf typisch-blaue Themen
- ORF Steiermark: Schönbacher als KFG-Obfrau bestätigt
- Stadt Graz: Stadträtin Claudia Schönbacher (KFG)
Die anderen Kandidaten im Porträt
- Elke Kahr (KPÖ)
- Kurt Hohensinner (ÖVP)
- Doris Kampus (SPÖ)
- Judith Schwentner (Grüne)
- René Apfelknab (FPÖ)
- Philipp Pointner (NEOS)