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Kurt Hohensinner (ÖVP): Bürgermeisterkandidat in Graz im Porträt

Wer Kurt Hohensinner ist

Kurt Hohensinner wurde am 16. Mai 1978 in Graz geboren und kommt aus dem Sozialbereich – eine für einen ÖVP-Frontmann eher untypische Herkunft. Er ist ausgebildeter Sonderpädagoge, besuchte die Sozialfachschule der Caritas und das Institut für Heilpädagogik in Graz und schloss 2011 ein Studium für Gesundheits- und Sozialmanagement mit einem MBA ab. Beruflich war er ab 2001 bei der Lebenshilfe Graz und Umgebung-Voitsberg tätig, wo er die Freiwilligenarbeit koordinierte.

Diese Biografie nutzt Hohensinner im Wahlkampf bewusst: Er will zeigen, dass wirtschaftsfreundliche Politik und sozialer Blick kein Widerspruch sind, sondern eine Balance brauchen.

Vom Sozialbereich in die Stadtregierung

Hohensinners politischer Aufstieg verlief rasch und über die Ratsarbeit:

  • ab 21. Jänner 2013: Klubobmann der ÖVP im Grazer Gemeinderat
  • ab 23. Jänner 2014: Stadtrat für Bildung, Integration und Sport, als Nachfolger von Detlev Eisel-Eiselsberg mit den Stimmen aller Parteien gewählt
  • ab 2017: zusätzlich zuständig für Soziales, Senioren, Jugend und Familie
  • seit 2021: Stadtparteiobmann der Grazer ÖVP, als Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Siegfried Nagl

Als Stadtrat verantwortete er über Jahre Ressorts, die eng am Sozialen liegen: Bildungsstrategie und Schulausbau, flexible Kinderbetreuung und Sprachförderung, Integrationsarbeit, neue Wege in der Behindertenhilfe sowie Sportförderung und Sportinfrastruktur. Gerade die Bildung ist damit sein Heimspiel – was erklärt, warum er die von der Koalition verlorenen Kindergartenplätze so offensiv zum Thema macht. Für den Wahlkampf 2026 hat er sich dennoch neu erfunden: als Mann der Wirtschaft.

Der Bürgermeister-Anspruch 2026

Hohensinner ist Spitzenkandidat der Liste „Team Kurt Hohensinner – Grazer Volkspartei“ und erhebt offen den Anspruch auf das Bürgermeisteramt. Die rot-grün-kommunistische Koalition will er, in seinen Worten, „in Pension schicken“. 96 Kandidatinnen und Kandidaten stehen auf seiner Liste. In den Umfragen liegt die ÖVP mit rund 22 Prozent klar hinter der KPÖ, konnte zuletzt aber leicht zulegen – auf Kosten der FPÖ. Sein Slogan: Graz brauche einen Kurswechsel.

Sein Wirtschaftskurs: Standort, Bürokratie, Erreichbarkeit

Inhaltlich rückt Hohensinner die Wirtschaft ins Zentrum. Er fordert eine Haltung, in der „Unternehmen in unserer Stadt ausdrücklich willkommen“ sind, eine service-orientierte Wirtschaftspolitik und spürbaren Bürokratieabbau. Sein konkretester Vorschlag: Alle Verordnungen der Stadt sollen alle fünf Jahre auf Wirtschaftsfreundlichkeit geprüft werden. Angesichts eines Schuldenstands, der bis Ende 2026 auf rund zwei Milliarden Euro steigt, verlangt er außerdem mehr Budgetdisziplin und wirft der Koalition gebrochene Versprechen vor – vom Gebührenstopp bis zu 500 verlorenen Kindergartenplätzen.

Innenstadt beleben statt Parkplätze streichen

Sein wirtschaftliches Kernthema ist die Innenstadt. Hohensinner nennt drei Hebel: Attraktivität, Branchenmix und vor allem Erreichbarkeit. Er kritisiert, dass das Citymanagement der Altstadt nur zwei Mitarbeiter habe, während Einkaufszentren 10 bis 15 Leute ins Marketing stecken. Rund 1.500 Parkplätze seien ohne Ersatz gestrichen worden – er fordert bessere Erreichbarkeit für alle, auch für Autofahrer, samt einem Tiefgaragenring um das Zentrum und einer Veranstaltungsarena an der Mur. Gemeinsam mit Immobilienbesitzern und der Wirtschaft will er ein bestehendes Forderungspapier umsetzen. Wie es um Lagen, Leerstand und Mieten in Graz tatsächlich steht, zeigt der Beitrag zu den Gewerbeimmobilien in Graz.

Häufige Fragen zu Kurt Hohensinner

Welches Amt hat Kurt Hohensinner in Graz?
Er ist seit 2014 Stadtrat (zuständig unter anderem für Bildung, Integration, Sport und Soziales) und seit 2021 Obmann der Grazer ÖVP.

Was ist Hohensinner von Beruf?
Ausgebildeter Sonderpädagoge mit MBA in Gesundheits- und Sozialmanagement; zuvor bei der Lebenshilfe tätig.

Wofür steht Hohensinner wirtschaftlich?
Für Wirtschaftsstandort und Bürokratieabbau, eine erreichbare, belebte Innenstadt und mehr Budgetdisziplin bei den Stadtschulden.

Kann die ÖVP die Wahl gewinnen?
Laut Umfragen liegt sie mit rund 22 Prozent hinter der KPÖ. Den Überblick über alle Werte finden Sie im Beitrag zur Graz-Wahl 2026.

Quellen

Die anderen Kandidaten im Porträt

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